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Stadtansichten: Alte Forderung, junge Köpfe

Heilbronn - Heilbronn ist nicht in der Lage, die Grundlage für ein Weiterbestehen des Lichterfestes am Neckar zu schaffen.

Von Iris Baars-Werner
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Lesezeit 2 Min
Verlust und Gewinn
Lichterfest

Man kann nur den Kopf schütteln: Da gibt es eine von privater Seite initiierte, mit viel Kreativität weiterentwickelte und ohne Steuergelder finanzierte Veranstaltung - und dann ist Heilbronn nicht in der Lage, die Grundlage für ein Weiterbestehen des Lichterfestes am Neckar zu schaffen. Dabei haben die Besucher in zunehmender Zahl bekundet: Das trifft unseren Geschmack. Wenn jetzt der Eindruck erweckt wird, als ob die Zukunft des Lichterfestes womöglich gesichert ist: Diese Hoffnung gab es vor nicht allzu langer Zeit schon einmal - und sie trog. Der Gastronom Thomas Aurich und der Rechtsanwalt Nico Weinmann, beides Stadträte - allerdings in unterschiedlichen Fraktionen - erklären öffentlich, dass die Stadtverwaltung aus unerfindlichen Gründen ihre Pläne für eine zeitlich begrenzte Gastromeile an der Unteren Neckarstraße torpediere. Und dass im Rathaus keine Vorstellung davon vorhanden sei, wie denn eine Meile der Gastronomie am Fluss funktionieren könnte. Mehr als ein unverständliches "Stimmt nicht" ist aus dem Rathaus dazu nicht zu hören. Im Interesse der Bürgerschaft wäre, man brächte Licht ins Dunkel rund um das Thema Lichterfest und Gastronomiemeile.

Galerie und Galeria

Gut, dass Galeria Kaufhof in der Fleiner Straße sich deutlich abhebt vom Nachbarn Stadtgalerie. Im Delikatessa genannten Untergeschoss des Kaufhofes hat man sich dagegen entschieden, noch weitere gastronomische Betriebe unterzubringen und setzt bei der Neubesetzung frei werdender Flächen mehr auf den hochwertigen Einzelhandel. Im Nachbarhaus Stadtgalerie scheint es dagegen einen schier unstillbaren Hunger nach immer mehr Verzehrstationen zu geben. Wer die Stadtgalerie tatsächlich zum Einkaufen nutzen will, muss bisweilen arg aufpassen, die Ladenzeile im Eingangsstockwerk ohne Fettflecken zu überstehen. Doch zurück zur Galeria und ihrer Delikatessa: Schön, dass sich auch Familie Nothwang entschieden hat, ihrem hochwertigen Metzgerei- und Käseangebot nun eine Neugestaltung ihres Imbissbereiches folgen zu lassen.

Einkaufsstadt

Nicht müde wird der Stadtinitiative-Vorsitzende Thomas Gauß, auf einen Mangel im Einkaufsangebot Heilbronns hinzuweisen: Die Geschäfte im Bereich des hochwertigen Einzelhandels sind rar gesät. Dabei beweisen die Geschäftsleute, die mit Kreativität und Anspruch ihre Ideen umsetzen ja durchaus, dass die Kundschaft dem Angebot folgt. Zu Recht legt Gauß immer wieder den Finger in die Wunde: Auch Immobilienbesitzer müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und nicht nur nach dem schnellen Euro schielen. Eigentum, das steht nicht ohne Grund im Grundgesetz, verpflichtet.

Jugendgemeinderat

Eine wahre Freude ist es, wie stark das Interesse an der bevorstehenden Jugendgemeinderatswahl gestiegen ist. Uns als Redaktion und Medienunternehmen hat es Spaß gemacht, die Wahl medial und mit Aktionen auch unserer Jugendredaktion und unseres Online-Jugendportals zu begleiten - und sie damit zu fördern. Zweierlei fällt auf: Dass die jungen Leute grundsätzlich politikverdrossen seien ist ebenso ein Ammenmärchen wie dass sich Migrantenfamilien nicht integrieren wollten. Klicken Sie auf stimmt.de und Sie werden sehen, welch bunte und muntere Truppe da versammelt ist.

Stadtteile

Schade. Die Fronten sind anscheinend verhärtet. Jeder beharrt auf seiner Position. Wenn Böckingen und die anderen Altstadtteile darauf pochen, wie die neueren Teilorte über einen Bezirksbeirat institutionalisiertes Mitspracherecht zu erhalten, sollte dies für die Verwaltungsspitze Anlass zum Nachdenken sein. Und zum Einlenken. Nicht etwa bei der nicht mehr zeitgemäßen Forderung nach noch einem Gremium. Aber doch beim Ansinnen, im Rathaus einen Stadtteilbeauftragten zu haben.

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