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Bekenntnis zur Schiene mit einem Wunschkatalog

Regionalverband erhält für Positionspapier Lob vom Land

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Bekenntnis zur Schiene mit einem Wunschkatalog
Blick in die Zukunft: Der Regionalverband Heilbronn-Franken hat in einem Positionspapier beschrieben, wie der Schienenverkehr in der Region aussehen soll.Foto: Guido Sawatzki

Eppingen - Der Katalog der Wünsche ist umfangreich: Investitionen in die Infrastruktur, kürzere Fahrzeiten und Takte, besseres Wagenmaterial. Wie die Zukunft des Personenverkehrs auf der Schiene aussehen soll, hat der Regionalverband Heilbronn-Franken in einem 30-seitigen Positionspapier zusammengefasst − und dafür Lob vom Land bekommen. Einziger strittiger Punkt: die Stellungnahme zu Stuttgart 21 (siehe Artikel unten).

Richtiger Zeitpunkt "Das Papier hat Hand und Fuß und kommt zum richtigen Zeitpunkt", bescheinigte Elmar Steinbacher, Leiter der Verkehrsabteilung im Stuttgarter Umweltministerium, der im Eppinger Stadtteil Richen tagenden Regionalverbandsversammlung. Nachdem der derzeit geltende Vertrag mit der Bahn 2016 ausläuft, wird das Land weitgehend europaweit den Schienennahverkehr neu ausschreiben − gestaffelt und in 15 Teilnetzen aufgeteilt.

"Wir wollen damit Wettbewerb erreichen", erläuterte Steinbacher. Die Arbeiten sind angelaufen.

Zu den zentralen Forderungen der Region gehört der weitere Ausbau des Stadtbahnnetzes. So sollen die in Öhringen-Cappel endende S 4 nach Schwäbisch Hall und Crailsheim verlängert und die Strecke durchgehend elektrifiziert werden. Auch ein Anschluss Künzelsaus wird als notwendig angesehen. Im Landkreis Heilbronn verlangt der Regionalverband "mit Nachdruck" den Südast von Heilbronn über Lauffen nach Zaberfeld. Und als langfristiges Ziel wird eine Stadtbahnverbindung über Ilsfeld nach Beilstein aufgelistet − mit dem Hinweis auf eine diskutierte Verlängerung der Stuttgarter S-Bahn von Marbach ins Bottwartal.

"Ein schwieriger Punkt" sind solche Ausbaumaßnahmen nach Steinbachers Einschätzung: "Das Fallbeil des Endes der Bundesförderung steht im Raum." Möglicherweise nur noch bis Ende 2019 fließen aus Berlin die Gelder für Großprojekte.

Schnellere Züge Für vorrangig halten die Regionalvertreter weitere nachhaltige Verbesserungen auf der Frankenbahn zwischen Heilbronn und Würzburg. Der vier Kilometer lange eingleisige Abschnitt bei Möckmühl-Züttlingen ist ihnen ein Dorn im Auge.

Zu lange Fahrzeiten im Nahverkehr stören ebenfalls. Derzeit liegt die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit zwischen 54 und 82 Stundenkilometern. Ziel bleibt, dass der Fernverkehrsknoten Mannheim von Heilbronn aus in weniger als einer Stunde erreichbar ist. Auf der S 4 soll der schnelle Kraichgausprinter öfter fahren, und im oberen Elsenztal zwischen Sinsheim und Eppingen will die Region für die S-Bahn den Ein-Stunden-Takt als Option.

Leitender Ministerialrat Steinbacher hält ein erweitertes Angebot nur für möglich, wenn das Land durch die Neuausschreibung Gewinne erzielt. Weiteres Risiko: 2014 gibt es eine Revision der Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr.

Modernere Fahrzeuge Ganz oben auf der Prioritätenliste der Region steht eine durchgreifende Modernisierung des Fahrzeugmaterials. Mit aufgehübschten Silberlingen will sich die 900 000 Einwohner zählende Region Heilbronn-Franken nicht mehr zufriedengeben. "Das ist eine ziemlich harte Nuss", räumte Steinbacher ein. Die Bahn sei ein großer Konzern.

Bekenntnis zur Schiene mit einem Wunschkatalog
Fahrtenanzeige: Die Region will mehr und bessere Anbindungen.Foto: Dirks
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