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Beim eigenen Chef beworben, nun arbeitslos

Heilbronn - Großes Pech hatte eine Arzthelferin bei der Stellensuche: Als sich die Heilbronnerin auf eine Chiffre-Anzeige hin um einen neuen Job bewarb, stellte sich heraus, dass es sich dabei um ihren eigenen Arbeitgeber handelt. Sie wurde daraufhin entlassen – mit der Begründung, dass kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Und seitdem sucht die erfahrene Kraft erfolglos eine neue Stelle.

Von Heiko Fritze
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Lesezeit 1 Min
chiffre

Heilbronn - Großes Pech hatte eine Arzthelferin bei der Stellensuche: Als sich die Heilbronnerin auf eine Chiffre-Anzeige hin um einen neuen Job bewarb, stellte sich heraus, dass es sich dabei um ihren eigenen Arbeitgeber handelt. Sie wurde daraufhin entlassen – mit der Begründung, dass kein Vertrauensverhältnis mehr bestehe. Und seitdem sucht die erfahrene Kraft erfolglos eine neue Stelle.

Bestürzt

Rechtlich ist im Prinzip alles korrekt verlaufen, räumt die Arzthelferin ein: Da ihr bisheriger Betrieb weniger als fünf Beschäftigte hatte, war keine Kündigungsschutzklage möglich. Auch die gesetzliche Kündigungsfrist sei eingehalten worden.

Über die Ereignisse ist sie dennoch bestürzt: „In der Anzeige hieß es, dass übertarifliche Bezahlung geboten werde. Und nur darum, so hatte ich in der Bewerbung geschrieben, wollte ich die Stelle.“ Merkwürdig sei lediglich, dass damals, im Juni, gar keine neue Helferin für ihre bisherige Praxis gesucht worden sei. „Vermutlich sollte ich sowieso ersetzt werden“, argwöhnt die Frau, die seit 13 Jahren im Beruf ist und dementsprechend gut bezahlt wurde. „Denn nun ist an meiner Stelle eine 20-Jährige eingesetzt, die viel weniger Geld bekommt – aber vielleicht einen Zuschlag.“

Ärgerliche Folge für sie selbst: „Ich komme als Arzthelferin in Heilbronn nicht mehr unter.“ Zweimal habe sie bereits in Praxen zur Probe gearbeitet, beide Male seien die Ärzte sehr zufrieden gewesen und wollten sie einstellen, hätten es sich dann aber kurz vor Beginn doch anders überlegt. Ihre Vermutung: Ihr ehemaliger Arbeitgeber rate, sobald ein Kollege nachfrage, von ihrer Anstellung ab.

Sperrvermerk möglich

Die Panne, die der Frau mit der Chiffre-Anzeige passiert ist, lässt sich einfach umgehen: Wer einen Sperrvermerk auf den Umschlag schreibt, also mitteilt, dass die Bewerbung nicht weitergeleitet werden soll, wenn es sich um den eigenen Arbeitgeber oder bestimmte andere Firmen handelt, hat nichts zu befürchten. „Die Bewerbung wird von uns vernichtet, wenn nur ein Sperrvermerk draufsteht und es sich genau um diese Firma handelt“, wird im Service-Center der Heilbronner Stimme erläutert. Schließlich dürfe kein Rückschluss möglich sein, wer hinter der Chiffre-Nummer steckt. Bei mehreren Sperrvermerken würden die Unterlagen zurückgeschickt.

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