Weingärtner feiern schon Bescherung

Bescherung Heilig Abend ist zwar noch weit.

Württemberger DLG-Preisträger mit der Deutschen Weinkönigin Marlies Dumbsky, Moderatorin Nicole Then und Präsident Hermann Hohl.Foto: Schwinghammer

Bescherung Heilig Abend ist zwar noch weit. Angesichts der Fülle von Prämierungen, Preisen und Siegesfeiern sind Vergleiche mit weihnachtlichen Bescherungen gewiss nicht zu hoch gegriffen.

DLG Bei einer Gala in Frankfurt sparte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) am Wochenende nicht mit Auszeichnungen. Mit Bundesehrenpreisen für die Gesamtleistung wurden die Felsengartenkellerei Besigheim und die Nordheimer Privatkellerei Rolf Willy bedacht. Den Ehrenpreis „Bester Sekterzeuger“ holte in der „Großen Klasse“ erneut die Wein- und Sektkellerei Horst Stengel aus Weinsberg-Gellmersbach. In der vom Deutschen Weininstitut neu ausgeschriebenen Kategorie „Leichte Weine“ holte den 1. Platz die Felsengartenkellerei Besigheim mit einem 2007er Felsengarten Rivaner Kabinett.

Tabelle Spitzenreiter in der Württemberger Tabelle sind Rolf Willy (Nordheim) beim Wein, beim Sekt Klaus Keicher (Erlenbach). Dies, sowie die Preisträger von Gold Extra hat die Stimme bereits veröffentlicht. Unter den „Top 100 der besten Weinerzeuger 2008“ stehen auf Platz 8 die Lauffener Weingärtner sowie die Genossenschaften Löwenstein (16), Schwaigern (20), Fellbach (29), Eberstadt (34), Flein-Talheim (37), Dürrenzimmern-Stockheim (40), Bönnigheim (49), Hausen (53), Willsbach (56), Rosswag-Mühlhausen (71), Brackenheim (77), Besigheim (81) sowie die Kellerei Rolf Willy (Nordheim, 65), Weingut Friedauer (Bad Friedrichshall, 94) und Weinkellerei Wangler (Abstatt, 97).

Offiziell Bei der Preisverleihung bezeichnete der deutsche Weinbaupräsident Norbert Weber die Bundesweinprämierung als „offiziellen Wettbewerb der Deutschen Weinwirtschaft“ und als „Anreiz für Qualitätsstreben“. 544 Winzerbetriebe aus allen 13 Anbaugebieten hatten rund 4600 Weine und Sekte angestellt. Mit 683 stellte Württemberg nach der Pfalz, Rheinhessen und Baden das viertgrößte Teilnehmerfeld. Leider haben nicht nur etliche Prädikatsweingüter der DLG den Rücken gekehrt, sondern auch Großbetriebe. Angesichts der vielen Wettbewerbe fragen sich viele: Ist das nicht zu viel des Guten? Nun, soviel dürfte klar sein: Gut bis sehr gut sind die ausgezeichneten Tropfen gewiss. Die Frage des besten Weines muss aber jeder für sich selbst beantworten.

50. Landesprämierung Wer bei der DLG nach Preisen greifen will, muss sich dafür auf Landesebene qualifizieren. In Württemberg findet die Landesweinprämierung dieses Jahr zum 50. Mal statt: und zwar am Freitag, 14. November, in der Heilbronner Harmonie. Bei der Festveranstaltung am Nachmittag werden erstmalig drei Staatsehrenpreise vergeben. Die obligatorische Probe mit den besten Tropfen wird von Dr. Gerhard Götz moderiert. Wer könnte das besser?

Weingipfel Die Top Ten der Landesprämierung, also die zehn besten Weine, werden beim 14. Gipfeltreffen am Samstag und Sonntag, 15./16. November, in der Heilbronner Harmonie besonders heraus- gestellt. Zudem schenken rund 50 Betriebe über 500 prämierte Tropfen aus. Wir werden am 14. November in der WeinStimme ausführlich berichten.

Privatpreise Neben den offiziellen Branchenwettbeerben haben sich inzwischen viele privat getragene Wettbewerbe etabliert. Der gefürchtete Gault Millau WeinGuide wird am 19. November vorgestellt. Gerhard Eichelmanns Deutschland-Führer zwei Tage vorher.

Vinum Europas Weinmagazin Vinum hebt seit 22 Jahren die besten deutschen Rotweine hervor. Das Unterland und Hohenlohe waren dabei früher fast schon auf Preise abonniert. Heuer ging Deutschlands so genannte Rotweinregion Nr. 1 leer aus. Bei der Siegergala in Mainz hob Rudolf Knoll am Samstag dafür um so mehr Winzer aus dem Raum Remstal und Stuttgart aufs Treppchen: Gert Aldinger (Fellbach), Hans-Peter Wöhrwag (Untertürkheim), Jürgen Ellwanger (Winterbach), Rainer Schnaitmann (Fellbach), die Remstalkellerei wurde gar für ihren Trollinger mit einem 2. Preis bedacht. Dies sollte den führenden Betrieben der Region Heilbronn zu denken geben. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass der südliche „Randbereich“ Württembergs dem eigentlichen Kerngebiet den Schneid abkauft.