Volksbank macht an Allee Weg für Neubau frei

Heilbronn - Ende dieser Woche laufen an der Allee bereits die Abbrucharbeiten für ein Großprojekt an. Den Neubau, der im Sommer 2013 fertig sein soll, beziehen ein Facharztzentrum und eine Gastronomie als Hauptmieter.

Von Kilian Krauth

Volksbank macht an Allee Weg für Neubau frei
Mit Innenhöfen will die Volksbank zeigen, dass sie sich als Teil der Stadt versteht. Gestalterisches Glanzlicht ist ein verglaster Saal, der gemietet werden kann.
Volksbank macht an Allee Weg für Neubau frei
Die Computeranimation zeigt neben der bestehenden Volksbank-Zentrale an der Allee (links) den geplanten Neubau.Fotos: Mattes Sekiguchi/Mario Berger

Heilbronn - Aufmerksame Passanten fragen sich schon lange, was denn die aufgesprühten Zeichen auf dem Gehsteig zu bedeuten haben: Auch wenn sich dahinter nur Markierungen für Leitungen im Untergrund verbergen, handelt es sich doch um Vorzeichen für ein Großprojekt. Ende dieser Woche laufen an der Allee Abbrucharbeiten an, mit denen die Volksbank Heilbronn in direkter Nachbarschaft zu ihrem Hauptsitz den Weg für einen auf 30 Millionen Euro veranschlagten Neubau frei macht.

Im Sommer 2013 soll das Gebäude fertig sein. Die Volksbank selbst wird nur 40 Prozent der 8000 Quadratmeter großen Nutzfläche belegen. Der Rest wird vermietet. Im Erdgeschoss soll laut Voba-Projektleiter Matthias Hellmuth neben einer Apotheke und einem Café ein "gehobener Gastronomiebetrieb" einziehen, drei Bewerber seien noch in der engeren Wahl.

Hauptmieter ist die bisher an der Pestalozzistraße angesiedelte Privatklink und Gemeinschaftspraxis Mütsch, Kußmaul, Simpfendörfer. Sie beschäftigt heute 50 Mitarbeiter und wird an der Allee 2000 Quadratmeter in den beiden Obergeschosse belegen. Die Krankenzimmer mit insgesamt zwölf Betten haben sogar Anschluss an eine Dachterrasse. Außerdem werden drei weitere Facharztpraxen einziehen. Dr. Andreas Simpfendörfer betont, dass man in dem Facharztzentrum zwar unter einem Dach arbeite und kooperiere, aber eigenständig bleibe.

Villa Hauck

"Die Zeit der Ödnis ist bald vorbei", meint Vorstandschef Thomas Hinderberger. Neben einer ausgedienten Dönerbude und einer ehemaligen Apotheke wird bis Ende September der alte Kinokomplex abgebrochen. In der benachbarten Villa Hauck lädt noch bis Ende Oktober ein Brautmodengeschäft zum Ausverkauf. Den Erhalt dieses im klassizistischen Stil nach dem Krieg wiederaufgebauten Hauses habe man nach Protesten der Bürgerbewegung Lokale Agenda 21 prüfen lassen, aber alle zu einem Gestaltungswettbewerb geladenen Büros hätten dies verworfen, sagte Hinderberger. Auch die Integration von Details sei nicht vorgesehen, weil sie weder zum Stil, noch zur Intention des Neubaus passten. Hinderberger: "Wir wollen an der Allee einen richtig modernen städtebaulichen Glanzpunkt setzen, einen Eyecatcher." Nicht zuletzt solle damit der mit der neuen Stadtbahntrasse verbundenen Boulevard-Charakter unterstrichen werden. Die Volksbank verstehe sich als Teil des öffentlichen Lebens von Heilbronn, was auch an der Öffnung der einladenden Innenhöfe und an einem öffentlichen Festsaal ablesbar sei. Der Saal fasst 400 Besucher und kann von jedermann für Veranstaltungen gemietet werden.

Tiefgarage

Naturgemäß ist bereits die Baustelle Teil des öffentlichen Lebens. Die "hoch komplexe Abwicklung" mitten in der City und noch dazu in direkter Nachbarschaft zur Stadtbahn-Baustelle sei mit dem Rathaus im Detail abgestimmt, erklärt Projektsteuerer Bernd Dollmann. Während der über anderthalb Jahre langen Bauzeit muss der Gehweg stets begehbar sein, auch die Bushaltestelle bleibt. Die Zufahrt zur bald 17 Meter tiefen Baugrube führt über die Allee. Von dort und von der Moltkestraße her führen später zwei Einfahrten zu einer zweigeschossigen Tiefgarage mit 100 Stellplätzen.

Städtebauliche Grundidee des Neubaus ist laut Architekt Franz-Josef Mattes die klare Einordnung in den Bestand und die Schaffung einer großstädtischen Torsituation: Sie führt in zwei U-artige Höfe, die teils gastronomisch genutzt werden. Die Fassade zeigt hellen Muschelkalk. Sie wird durch schlanke vertikale Fenster gegliedert und erinnert an das Klosterhof-Kaufhaus, dessen Natursteinfassade ebenfalls von Mattes und Sekiguchi gestaltet wurde. Gestalterisches Glanzlicht soll der Saal über dem Haupttor sein: Er ist zur Allee wie auch zum Innenhof in Glas gehalten.