Versierter Tüftler und respektierter Kosmopolit

Güglingen - Der Eibensbacher Eberhard Layher wird am heutigen Donnerstag 90 Jahre alt. Die bekannten Museen für Autos und Technik in Sinsheim und Speyer sind mit ihm ebenso untrennbar verbunden wie die global agierende Firma Layher Gerüste in Güglingen-Eibensbach.

Von Rudolf Landauer

Güglingen - Der Eibensbacher Eberhard Layher wird am heutigen Donnerstag 90 Jahre alt. Die bekannten Museen für Autos und Technik in Sinsheim und Speyer sind mit ihm ebenso untrennbar verbunden wie die global agierende Firma Layher Gerüste in Güglingen-Eibensbach. Schaffiger Schwabe und versierter Tüftler, Kosmopolit und Visionär, aber auch heimatverbundener Naturfreund: So lässt sich die Person Eberhard Layher am besten beschreiben.

Krieg

Er hat sein Wissen nicht für sich behalten, er hat es angewandt und ein Lebenswerk geschaffen, das lediglich ein Sturz mit gesundheitlichen Konsequenzen im hohen Alter unterbrechen konnte. 1921 wurde Eberhard Layher in Brackenheim geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann und musste mit 18 Jahren in den Krieg ziehen. Schwer verwundet erlebte der junge Mann im Hafen von Pillau ein weiteres Drama. Das Schiff, auf das er als Verwundeter kam, wurde von Bomben getroffen. Mit Glück konnte er bei der Halbinsel Hela gerettet werden. Im August 1945 sprang er in Großgartach aus dem fahrenden Zug und lief nach Eibensbach.

Weil sein Haus in Stuttgart bei einem Bombenangriff zerstört worden war, bezog Vater Wilhelm Layher mit seiner Frau und drei Kindern eine Notwohnung in Eibensbach und errichtete dort 1950 ein Sägewerk. Zunächst wurden Holzprodukte hergestellt, ab 1957 produzierte das aufstrebende Werk Stahlleitern und Stahlgerüste, 1961 kamen Alu-Leitern dazu. Die Bauindustrie benötigte die Produkte dringend, die Firma expandierte rasant.

Toleranz

Eberhard Layher sicherte der Firma mehrere Patentrechte, bewegte enorm viel. Ruhe verschaffte er sich bei der Jagd. Seine Toleranz und aufrechte Einstellung zu Menschen brachten ihm Respekt ein. Aus der Ehe mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Margot gingen drei Töchter und ein Sohn hervor. Eine Tochter verstarb schon früh. Inzwischen ist die Familie um acht Enkel und acht Urenkel gewachsen. Nach seinem Ausscheiden aus der Firma gründete Layher 1987 eine Vermögensverwaltung und war Hauptinitiator des Messestandortes Sinsheim. Vor 30 Jahren gründete er das Sinsheimer Auto & Technik Museum , dessen Präsident er noch heute ist. Das Museum erlangte durch Top-Exponate Weltrang. Wer kann schon Überschall-Jets der Marken Concorde und Tupolev TU-144 vorzeigen?

1990 wurde ein Kasernengelände in Speyer zu einem weiteren Museumsstandort ausgebaut. Mit dem sanierten Wilhelmsbau, der Boeing 747, der Antonov AN-22 sowie der russischen Raumfähre Buran hat er viele Höhepunkte zu bieten. Die Stadt Sinsheim widmete Layher eine Straße und verlieh ihm die Karl-Wilhelmi-Ehrenmünze, die Stadt Güglingen den Ehrenring und Speyer die Ehrenplakette, der Bund das Bundesverdienstkreuz am Bande.