Vereine müssen an Gema bezahlen

Hauptversammlung des Blasmusikkreisverbands Heilbronn

Von Gustav Döttling

Email
Der Musikverein Eschenau hieß die Vertreter aus 47 von 73 Mitgliedsvereinen des Blasmusikkreisverbandes Heilbronn willkommen.Foto: Gustav Döttling

Obersulm - Einig sind sich die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte − kurz Gema − und die Musikvereine im Blasmusikkreisverband Heilbronn nicht immer. Das wurde bei der Hauptversammlung am Samstag in Obersulm deutlich. Bei der Aufführung von Musik geht es um viel Geld. Rund 800 Millionen Euro hat die Gema 2009 umgesetzt. Das Geld kassiert sie im Interesse von Autoren und Verlagen von allen Veranstaltern, die Musik öffentlich aufführen, und leitet davon rund 85 Prozent an die Rechteinhaber weiter. Der Blasmusikverband Baden-Württemberg hat mit der Gema eine Pauschale ausgehandelt. Pro aktivem Mitglied zahlt jeder Verein 3,45 Euro.

Rabatt Dafür erhalten die Vereine bei rechtzeitiger Anmeldung für eigene Veranstaltungen einen Sonderrabatt von 20 Prozent. Nicht immer ist den Musikvereinen klar, wann eine Veranstaltung unter den Pauschalvertrag fällt. Andreas Binnig, Sachgebietsleiter für Nordwürttemberg der Gema, klärte als Referent bei der Hauptversammlung des Blasmusikkreisverbandes in Eschenau auf. "Sie erhalten den Rabatt nur, wenn Ihr Verein auch der Veranstalter ist, die Veranstaltung rechtzeitig, das heißt drei Tage vorher, angemeldet wird, und die genaue Musikfolge spätestens zehn Tage nach der Veranstaltung bei der Gema vorliegt", erläuterte Binnig.

"Gilt das auch für Geburtstagsständchen oder wenn wir bei Prozessionen spielen?" "Müssen wir auch öffentliche Proben anmelden?" "Wer muss melden, wenn wir in einem Besen spielen?" Die Delegierten hatten zahlreiche Fragen.

"Ich bin nicht einverstanden, wie die Gema mit Jugendveranstaltungen umgeht", sagte Steck. So kassiere die Verwertungsgesellschaft von 200 Euro Eintrittsgeld 150 Euro, wenn die Vereinsjugend einen Fasching veranstalte. "Dafür gibt es die Härtefallnachlassregelung, die Gebühr muss angemessen sein", klärte Andreas Binnig auf. "Wir empfehlen allen Vereinen, sich an die Vorschriften zu halten", betonte Reinhold Dick, zweiter Vorsitzender des Kreisverbandes.

Berichte Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung standen noch andere Themen. "Wir haben 27 Dauerkooperationen mit Schulen", sagte Friedlinde Gurr-Hirsch, Vorsitzende des Blasmusikkreisverbandes. Sie machte in ihrem Bericht auf die Aktivitäten in Sachen Ausbildung, Nachwuchsarbeit, Mentorenausbildung, Wertungsspiel und Seminarangebote aufmerksam. "Wir hatten am 1. Januar 2009 genau 5000 aktive Mitglieder, davon 2822 Erwachsene und 2178 Jugendliche", berichtete Birgitt Daub, die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Blasmusikkreisverbandes.