Stroh will VdK ins rechte Licht rücken

Neuer Kreisverbandsvorsitzender beim Sozialverband − Ehrung für Erlewein

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

Stroh will VdK ins rechte Licht rücken
VdK-Landeschef Roland Sing (links) überreicht dem scheidenden Kreisverbandsvorsitzenden Günter Erlewein die Ehrenurkunde. Rechts Frank Stroh.Foto: Mugler

Untereisesheim - Generationenwechsel beim VdK-Kreisverband Heilbronn. Günter Erlewein tritt nach 18 Jahren an der Spitze des Sozialverbandes ab. Zu seinem Nachfolger wählte die Delegiertenversammlung beim Kreisverbandstag am Samstag in Untereisesheim Frank Stroh. Der Eppinger will vor allem die Außendarstellung des VdK aufpolieren und die Zusammenarbeit zwischen dem Kreisverband und den 50 Ortsverbänden intensivieren.

Ovationen Am Ende des Kreisverbandstages gab es stehende Ovationen für Günter Erlewein. 18 Jahre lang hatte der Heilbronner den VdK-Kreisverband geführt, nun sah der 83-Jährige den Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Versüßt wurde ihm der Abschied durch Roland Sing, einem langjährigen Weggefährten und heutigen VdK-Landesverbandsvorsitzenden. Als Dank für seine Verdienste ernannte der Landesverband Erlewein zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbandes Heilbronn.

Zuvor hatte Erlewein die 93 Delegierten in der Frankenhalle über die Entwicklung und die Arbeit des VdK im Stadt- und Landkreis Heilbronn informiert. Dabei ergab sich ein geteiltes Bild. Einerseits hat der VdK mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. "Die Bereitschaft zum Ehrenamt hat stark nachgelassen", klagte der Vorsitzende. Die Konsequenzen an der Basis sind mitunter dramatisch: In Neuenstadt und in Hardthausen sind die Ortsverbände nicht handlungsfähig, weil kein Vorstand gefunden wurde. Vakanzen drohen laut Erlewein demnächst auch in Cleebronn und Lehrensteinsfeld.

Auf der anderen Seite verzeichnet der VdK-Kreisverband steigende Mitgliederzahlen. Anfang des Jahres zählte er 5352 Mitglieder, "das sind 11,4 Prozent mehr als Anfang 2008", freute sich Erlewein. Vor allem Behinderte und Rentner wendeten sich dem Verband zu, der 1950 als Interessengemeinschaft der Kriegsbeschädigten gegründet wurde. Auch das Beratungsangebot sowie die Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten würden mehr nachgefragt, berichtete der Vorsitzende.

Wahrnehmung Auf dieser Basis kann sein Nachfolger Frank Stroh aufbauen. Der langjährige IG-Metall-Funktionär führt den VdK-Ortsverband Eppingen und glaubt daher zu wissen, dass "wir eine gute Arbeit machen". Das Problem sei die Wahrnehmung des VdK, Stroh hat ein "gewaltiges Defizit in der Öffentlichkeit" ausgemacht. In seiner Bewerbungsrede kündigte er an, die Nähe zur Öffentlichkeit zu suchen, um zu zeigen, dass "der VdK keine Seniorenvereinigung ist, sondern ein moderner Sozialverband" mit einer "sozialpolitischen Gestaltungsfunktion" und einem "Wächteramt in der Gesellschaft".

Als neuer Vorsitzender wolle er die Teamarbeit pflegen, sagte der 65-jährige leidenschaftliche Westernreiter. "Ich bin kein Oberguru, ich bin nicht allwissend." Eine weitere Kernaufgabe sieht Stroh darin, den Rückzug des VdK aus der Fläche zu vermeiden. Deshalb wolle er einen "engeren Austausch mit den Ortsverbänden" pflegen. Stroh wurde mit einer Enthaltung gewählt.

Stroh will VdK ins rechte Licht rücken
Der VdK sieht sich als Streiter für die Schwächeren der Gesellschaft. Diesem Anspruch will der neue Kreisverbandsvorsitzende Frank Stroh gerecht werden.Foto: dpa