Stolz auf hohe Qualität

Heilbronn - SLK-Kliniken benennen Stärken und Schwächen - Freiwilliger Vergleich

Von Ulrike Bauer-Dörr

Stolz auf hohe Qualität
Richtig gelagerte Patienten bekommen keine Druckgeschwüre.Foto: Dittmar Dirks

Heilbronn - „Wir sind gut, sehr gut sogar. Aber in manchen Bereichen müssen wir uns noch verbessern.“ Selbstbewusst und selbstkritisch präsentiert Thomas Jendges, neuer Geschäftsführer der Heilbronner SLK-Kliniken, den zweiten freiwilligen Qualitätsbericht.

Das 100-Seiten-Werk, nachlesbar im Internet, soll Patienten und niedergelassenen Ärzten eine Orientierungshilfe sein. Sie sollen darin bestärkt werden, dass man in den vier Standorten Gesundbrunnen, Plattenwald, Möckmühl und Brackenheim medizinisch und pflegerisch hochwertig behandelt wird.

Besser oder schlechter

Die Zahlen spiegeln wider, wie gut die SLK-Häuser im Vergleich mit 35 kommunalen Krankenhäusern im Land und mit den privaten Helios-Kliniken sind. Letztere hatten mit der freiwilligen Qualitätskontrolle begonnen. An deren Qualitätskriterien hängen sich die im QuMiK-Verbund organisierten Kliniken an. Die Stadt-Landkreis-Kliniken gehören dazu. QuMiK steht für Qualitätsmanagement im Krankenhaus.

SLK-Qualitätsmanagerin Claudia Pfefferle hat 70 Indikatoren, davon 69 medizinische und einen pflegerischen, erhoben. Letzterer bezieht sich auf das Problem Dekubitus, das Wundliegen von bettlägerigen Patienten. Ergebnis: 1,78 Prozent der über 75 Jahre alten Patienten bekamen in einem SLK-Krankenhaus im Jahr 2007 ein Durckgeschwür, im QuMiK-Verbund 1,69 Prozent. Das ist eine sehr gute Zahl, stellt Pflegedirektorin Irmgard Glockenstein fest und belegt die Wichtigkeit prophylaktischer Pflegemaßnahmen.

In der Geburtshilfe zeigt der Indikator „Kaiserschnittrate“, dass bei knapp 3000 Geburten jede vierte Frau so ihr Kind bekam, acht Prozent weniger als im QuMiK-Durchschnitt. Ein Kaiserschnitt sei nicht immer medizinisch notwendig, betont Frauenklinikdirektor Professor Ulrich Schlembach: „Viele Frauen wünschen das so.“

Todesfälle

Keinen Todesfall gab es 2007 bei risikoreichen Enddarmkrebsoperationen, freut sich Chefchirurg Professor Egbert Hagmüller. 2006 starben vier von 84 Patienten. Im QuMiK-Verbund waren es drei Prozent der Operierten.

Von den 271 meist betagten Notfallpatienten mit Oberschenkelhalsbruch starben im Jahr 2007 16 oder 5,9 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 8,26 Prozent gewesen. Im Qu-MiK-Verbund überlebten 5,6 Prozent wegen Komplikationen nicht.

Die 70 Indikatoren werden auf der SLK-Homepage ausführlich erklärt.