Startsignal für eine bessere Frankenbahn

Deutsche Bahn und Kommunen unterzeichnen Planungsverträge

Von Herbert Kaletta

Startsignal für eine bessere Frankenbahn
Bahnhof Möckmühl. Hier werden neue, barrierefreie Bahnsteige und eine Unterführung gebaut.Fotos: Herbert Kaletta

Möckmühl - Als "ersten Schritt" auf dem Weg zu grundlegenden Verbesserungen auf der Frankenbahn (Heilbronn − Würzburg) sieht der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg, was gestern im Möckmühler Ratssaal geschah. Sven Hantel, Leiter des Regionalbereichs Südwest der Sparte Netze der Deutschen Bahn, und die Bürgermeister Ulrich Stammer (Möckmühl) und Jürgen Galm (Osterburken) unterzeichneten die Planungsverträge für den nötigen Ausbau der Bahnhöfe.

Bis April 2012 soll die erste Planung stehen, ab 2013 soll gebaut werden, denn die Zielsetzung steht: Ab Dezember 2014 ist der Ein-Stunden-Takt für die Regionalbahnen zugesagt, für ein Jahr später jener für die Regionalexpress-Züge.

Gute Entwicklung Beide Stadtchefs betonten, dass das hohe finanzielle Engagement nicht leicht falle, sich aber langfristig auch für die Region lohne. Daher sei in den Gemeinderäten unumstritten gewesen, sich der Aufgabe zu stellen. Möckmühl wird dies erleichtert, weil der Landkreis Heilbronn 600 000 Euro übernimmt (siehe Hintergrund). Auch Osterburken hat Hilfe des Neckar-Odenwald-Kreises in Aussicht, wie viel ist noch offen.

"Ich freue mich außerordentlich, dass es gelungen ist, die Abwärtsspirale umzudrehen", betonte Detlef Piepenburg, seit 2007 mit der politischen Federführung beim Thema betraut. Ausgehend von stetiger Fahrplanausdünnung und Vernachlässigung hätten der Protest der Bürger und der Einsatz der Kommunalpolitik und vieler Institutionen der Region die Wende bewirkt.

So erinnerte der Landrat an das 167 000 Euro teure Gutachten, das IHK Heilbronn, Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Arbeitgeberverband Heilbronn-Franken, die Stadt Heilbronn und die Landkreise Heilbronn, Neckar-Odenwald und Main-Tauber bezahlten.

Das lohnte sich, denn dabei wurde klar, dass "ganz entscheidende Verbesserungen" nicht fast 50 Millionen Euro erfordern, sondern für gut 17 Millionen zu haben sind. Piepenburg dankte dem Land dabei für sein finanzielles Engagement, ebenso wie dem Freistaat Bayern, der 2,3 Millionen zu dem Mosaik der nötigen Ausbaumaßnahmen auf seinem Gebiet beisteuert. Und er dankte auch allen Abgeordneten, die sich eingesetzt haben.

Ziele "Sie werden zwei wesentliche Ziele erreichen", versicherte Sven Hantel von der Deutschen Bahn, "die Anschlusssicherheit an die Fernverbindungen und eine Taktverdichtung, die das System Bahn für die Fahrgäste attraktiver macht." Zudem werden die Bahnhöfe "so aussehen, wie man sich heute Bahnhöfe vorstellt", zum Beispiel barrierefrei. Besonders der zuverlässige und schnellere Anschluss an den ICE-Bahnhof Würzburg ist den Heilbronnern wichtig, fehlt doch jegliche Perspektive auf eine direkte Anbindung ans ICE-Netz.

Schließlich endete Hantel mit einem Kompliment an die Akteure: "Ohne die Treiberrolle der Region würden wir heute hier nicht sitzen."

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Vertragsunterzeichnung: (von links) Sven Hantel, Ulrich Stammer, Detlef Piepenburg und Jürgen Galm.

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