Starke Zusammenarbeit, neue Impulse

Touristikgemeinschaft Heilbronner Land blickt auf gutes Jahr 2011 − Ausbau für Fahrradgäste

Von unserem Redakteur Herbert Kaletta

Starke Zusammenarbeit, neue Impulse
Zuversichtlich für 2012: Landrat Detlef Piepenburg und TG-Geschäftsführerin Tanja Seegelke vor einem Werbeplakat.Foto: Guido Sawatzki

Touristikgemeinschaft Heilbronner - Die Zahlen sind gut für den Tourismus im Heilbronner Land. 7,4 Prozent mehr Gäste und 3,9 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnete man bis Ende September. "Wir werden 2011 mehr als eine Millionen Übernachtungen erreichen", ist Landrat Detlef Piepenburg überzeugt. Damit wuchs man dynamischer als manch klassische Urlaubsregion in Baden-Württemberg. Das interpretiert der Vorsitzende der Touristikgemeinschaft Heilbronner Land (TG) jetzt bei einem Pressegespräch als hoffnungsvolles Zeichen: "Wir haben noch entwickelbares Potenzial."

Dies auszuschöpfen ist das erklärte Ziel von Piepenburg und TG-Geschäftsführerin Tanja Seegelke. Dazu gehört auch, die Zusammenarbeit mit den sechs anderen Touristikgemeinschaften im Norden Baden-Württembergs zu verstärken. "Es läuft schon einiges", sagt Detlef Piepenburg, der sich an der Diskussion um einen regionsweiten Namen nicht aufhalten mag. "Es geht darum, gemeinsame Erlebnismarken zu entwickeln."

Mehr Kooperation Deshalb wird es im Frühjahr einen strategischen Workshop der sieben Touristikgemeinschaften geben. Auch das Land ist mit von der Partie. Das, so der Heilbronner Landrat, sei wichtig wegen der Förderung.

Wie wichtig diese sein kann, zeigt sich an einem Antrag, für den man noch keinen Bescheid, aber positive Zeichen hat. 95 000 Euro könnten aus Stuttgart zur Förderung des Radtourismus kommen − 50 000 nach Heilbronn, 45 000 für den Landkreis. Da der Landeszuschuss 50 Prozent beträgt, hieße das, dass insgesamt 190 000 Euro in die Hand genommen werden. Noch 2012, wenn es klappt. Für Fahrradparkplätze und -garagen und überdachte Rastplätze, wie Tanja Seegelke erläutert. Der Rad- hat nach dem Weintourismus weiterhin das Hauptaugenmerk. So sind inzwischen 450 der 860 Kilometer Radwegenetz neu nach touristischen Gesichtspunkten ausgeschildert, es gibt − deutschlandweit einmalig − seit letztem Jahr zertifizierte Rad-Service-Stationen, mittlerweile sind es 40. Dort kann man Getränke, Kartenmaterial und erste Pannenhilfe bekommen, sowie den Akku seines Elektrorads aufladen. Es gibt inzwischen auch zehn Anbieter, die Elektroräder verleihen. Vermiet- und Akkuwechselstationen werden 2012 über vier Landkreise vernetzt. Auf der CMT (siehe Artikel rechts) wird eine neue Rad-Panoramakarte präsentiert.

Der hohen Bedeutung des Internets als Info- und Buchungsplattform trägt man mit der Erneuerung des Portals www.HeilbronnerLand.de Rechnung. Mit vielen neuen Möglichkeiten für Anbieter und Gäste sei man in einer Vorreiterrolle und werde vom Land gefördert.

In der Geschäftsstelle wird es eine neue Stelle geben, vor allem aber hofft man, dass sich die Städte und Gemeinden stärker im Tourismus einbringen. Piepenburg und Seegelke waren bei den Kommunen auf Tour. "Der Funke ist übergesprungen", sagt der Landrat. Es geht um kommunale Vollzeitstellen für Tourismus. So ist jetzt Bad Friedrichshall damit gestartet. In Neckarsulm und im Schozach- und Bottwartal gebe es "konkrete Überlegungen".

Wertschöpfung "Manche waren sich der hohen wirtschaftlichen Bedeutung nicht bewusst", sagt der Landrat. 200 Millionen Euro Wertschöpfung im Landkreis und 50 Millionen in der Stadt bringe Tourismus. Das sei vorsichtig gerechnet, denn die Statistik berücksichtigt Beherbergungsbetriebe unter acht Betten nicht. "Da kommen schon 300 Millionen Euro zusammen", glaubt Detlef Piepenburg − "und das sind etwa 10 000 nicht verlagerbare Arbeitsplätze".

Starke Zusammenarbeit, neue Impulse
Fahrradparkhaus in München. In kleinerer Version soll es auch im Heilbronner Land Fahrradgaragen und Unterstellplätze geben.Foto: picture alliance / Süddeutsche Zeitung Photo