Spielhallenfall: Investor vor den Kopf gestoßen

Heilbronn - Das Befremden war geradezu greifbar. Thomas Müller, Architekt für das umstrittene Spielhallen-Hotel-Projekt an der Urbanstraße in Heilbronn, wurde gestern von der Heilbronner Stimme darüber informiert, dass das Baugesuch für den 3,5 Millionen Euro teuren Neubau abgelehnt ist.

Von unserem RedakteurJoachim Friedl

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Heilbronn - Das Befremden war geradezu greifbar. Thomas Müller, Architekt für das umstrittene Spielhallen-Hotel-Projekt an der Urbanstraße in Heilbronn, wurde gestern von der Heilbronner Stimme darüber informiert, dass das Baugesuch für den 3,5 Millionen Euro teuren Neubau abgelehnt ist. "Davon weiß ich nichts", zeigte sich der Baumeister aus Öhringen irritiert über die Informationspolitik der Stadt.

Wie berichtet, hatte die Bauverwaltung am Mittwoch vergangener Woche Nein zum Bauvorhaben gesagt, weil die Unterlagen unvollständig waren. Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach hatte daraufhin am letzten Freitag den Gemeinderat ins Bild gesetzt und erklärt, dass der Bauausschuss am 8. November eine Veränderungssperre für das 906 Quadratmeter große Grundstück einleiten werde.

Im Detail

"Was hier läuft, ist eine komische Nummer", zeigte sich Müller perplex. Am vergangenen Freitag noch hatte er mit Blick auf das gestern ausgemachte Gespräch im Planungs- und Baurechtsamt die fehlenden Unterlagen im Rathaus abgegeben. "Bauordnungsrechtlich waren alle Auflagen erfüllt", sagt Müller und ärgert sich über den Vorwurf aus der Verwaltung, die neuen Pläne seien zu spät eingereicht worden: "Die Ablöse für einen einzigen Stellplatz, eigentlich eine Formsache, sollte Baudezernent Wilfried Hajek entscheiden. Aber wir bekamen keine Rückmeldung." In der vergangenen Woche hat Müller erfolglos versucht, den Sachbearbeiter zu erreichen: "Heute weiß ich, ich wurde hingehalten." Der Termin für gestern wurde nicht abgesagt.

Jeder Schritt des Projekts sei im Detail mit der Stadt besprochen worden. Auch das Ordnungsamt habe das Okay für die vier Spielhallen erteilt, das Planungsamt habe versprochen, die Baugenehmigung binnen sechs Wochen zu erteilen: "Das Vorhaben hat sich nie als Problem dargestellt", betont Müller.

Verträge

"Nicht vorstellen" kann sich der Architekt, der ein Büro mit 15 Mitarbeitern leitet, dass der Investor jetzt nur zuschaut: "Ich kann Regressforderungen nicht ausschließen, zumal es Notarverträge gibt", mutmaßt er. Der Investor, bei dem es sich um eine der reichsten Unternehmerfamilien Hamburgs handeln soll, sei mit der Ablehnung des Bauantrags trotz rechtsgültigem Bebauungsplan vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Eine Stellungnahme der Bauverwaltung war gestern nicht zu erhalten.


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