Selbstgebauter Roboter hilft einen Beruf zu finden

Verabschiedung und Begrüßung bei der Schüler-Ingenieur-Akademie

Von Stefanie Pfäffle

Selbstgebauter Roboter hilft einen Beruf zu finden
Der kleine Nibobee zieht seine Kreise. Die Schüler haben ihn aus einem Bausatz zusammengebaut und selber programmiert.Foto: Stefanie Pfäffle

Heilbronn - Es sieht aus wie ein kleines rotes Modellauto. Mit leichten Wackelbewegungen fährt es einen mit schwarzem Stift gezeichneten Weg entlang. Selbstständig hält es seine Bahn ein. "Vorne sind zwei Infrarot- und drei Fotodioden", erklärt Clemens Strobel (16). Erstere werfen Licht nach unten und je nach dem, wie viel die Fotodioden wieder aufnehmen, verändert das Vehikel seine Fahrtrichtung.

Es ist ein Roboter, ein sogenannter Nibobee, den die Schüler der Christiane-Herzog-Schule (CHS) in Böckingen sowie des Herzog-Christoph-Gymnasiums(HCG) Beilstein im vergangenen Schuljahr in der Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) gebaut haben. Jetzt fand in der CHS die Abschlussveranstaltung fürs alte und gleichzeitig der Auftakt fürs neue SIA-Jahr statt.

Große Nachfrage Je zwölf Jugendliche beider Schulen sind in einem Jahrgang. "Inzwischen kommt es immer häufiger vor, dass wir auswählen müssen", erzählt Helga Ratschko, die die SIA an der CHS betreut. Seit 2006 ist die Berufsschule dabei, das HCG schon ein Jahr länger. Während die Zehntklässler des HCG die SIA als zusätzliche AG besuchen, zählt sie bei den Zwölfern in der CHS − inzwischen beteiligen sich auch Schüler von der Andreas-Schneider-Schule − als Seminarkurs fürs Abitur. Bezahlt wird die Kooperation von Schule, Wirtschaft und Hochschule von Südwestmetall mit dem Ziel, mehr Jugendliche für den Ingenieurberuf zu gewinnen.

Ein Jahr lang treffen sich die Gruppen in der Woche oder an Wochenenden. Sie gehen auf Seminare zur Teambildung und Präsentationstechniken oder machen einen Kniggekurs. Sie besichtigen Firmen und werden in SIA-Partnerfirmen aktiv.

Spaß gehabt Jeder Schüler baut aus einem Bausatz seinen eigenen kleinen Roboter Nibobee bei Amphenol Tuchel Electronics und Adolf Illig. Dort wird vor allem gelötet. Mit ein Grund, warum Amata Mall (18, CHS) zur SIA wollte. "Das hat im Werkunterricht schon Spaß gemacht", erzählt sie. Der Roboter hat sie auch interessiert, obwohl sie sich nicht Ingenieurin werden will: "Ich stelle mir eher Eventmanagement vor." Bei Patrick Hanselmann (16, HCG) geht es in Richtung Chemie. "Das habe ich durch SIA herausgefunden." Spannend fand er das Jahr trotzdem, weil er viele Kontakte zu Firmen knüpfen konnte.

Aufwendig ist auch das Programmieren. Für den Käfer wurden außerdem Karosserien aus Fiberglas modelliert oder per Thermoformtechnik gezogen. Nicht nur Eltern und Lehrer, sondern auch die 24 neuen "Siamesen" schauen sich genau an, was im kommenden Jahr auf sie wartet. Vielleicht sind da ja ein paar Ingenieure dabei.