Schwarz-Stiftung für Bildungscampus

Heilbronn - Die Dieter-Schwarz-Stiftung will bis Herbst 2010 in der Heilbronner Innenstadt einen Bildungscampus errichten. Der tragende Pfeiler dieses Vorhabens ist eine Außenstelle der Berufsakademie (BA) Mosbach. Auf zentraler Fläche „mit Stadtbahnanschluss“ will die Stiftung, in die Unternehmenserlöse der Schwarz-Gruppe fließen, auch Neubauten für die private Heilbronn Business School (HBS) sowie die Akademie für Information und Management (AIM) unterbringen.

Von Iris Baars-Werner und Herbert Kaletta

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Der Standort ist noch Verschlusssache. „In der Innenstadt und mit Stadtbahnanschluss“ aber könnte irgendwo in Sichtweite des HBS-Turmes sein. Foto: Werner Kuhnle


Heilbronn - Die Dieter-Schwarz-Stiftung will bis Herbst 2010 in der Heilbronner Innenstadt einen Bildungscampus errichten. Der tragende Pfeiler dieses Vorhabens ist eine Außenstelle der Berufsakademie (BA) Mosbach. Auf zentraler Fläche „mit Stadtbahnanschluss“ will die Stiftung, in die Unternehmenserlöse der Schwarz-Gruppe fließen, auch Neubauten für die private Heilbronn Business School (HBS) sowie die Akademie für Information und Management (AIM) unterbringen. Beide werden direkt von der Stiftung finanziert.

Das Konzept für die BA-Außenstelle liegt zur Entscheidung bei der baden-württembergischen Landesregierung. Erarbeitet hat es der Direktor der BA Mosbach, Professor Reinhold Geilsdörfer. Nach Worten von Stiftungsgeschäftsführer Dr. Erhard Klotz sollen Schwerpunkte die Studiengänge Handel und Dienstleistungsmanagement sein, Kurse, die vor allem der Finanzier Schwarz-Stiftung für die Bereiche Lidl und Kaufland nachfragt.

„Wir werden das ganz massiv unterstützen und entsprechend entwickeln“, sagt BA-Direktor Geilsdörfer. Für ihn ist der neue Standort logisch: „42 Prozent der Plätze kommen aus dem Kammerbezirk Heilbronn-Franken.“ Geilsdörfer hofft, dass noch in diesem Jahr die Entscheidung fällt. Klappt es, sieht er bis in etwa fünf Jahren eine Größenordnung von 700 bis 1000 BA-Studenten in Heilbronn.

Eine Schwächung von Mosbach oder der schon bestehenden Außenstelle Bad Mergentheim befürchtet er nicht, er sieht sogar eine Situation, in der alle gewinnen. Nach rasanten Steigerungsraten in den letzten drei Jahren kämpft man in Mosbach schon jetzt mit akuter Raumnot. Wenn das neue Semester gestartet ist, wird man netto nochmals 550 Studierende mehr haben. Das Projekt kommt für Geilsdörfer zum richtigen Zeitpunkt, treffe es doch auf „sehr gute Nachfrage und eine motivierte Wirtschaft“.

In Neckarsulm, wo das Thema im OB-Wahlkampf aufkam und man auch Hoffnungen hegte, zeigt sich Oberbürgermeister Volker Blust „nicht überrascht“ und sagt: „Wir hätten die Einrichtung gerne in unserer Stadt gesehen. Das Wichtigste ist aber, dass die Außenstelle in die Region Heilbronn kommt.“

„Das ist eine deutliche Aufwertung des Bildungsstandorts Heilbronn,“ freut sich Bürgermeister Harry Mergel. Ein Teil des Geländes soll in Stadtbesitz sein, einen weiteren will die Stiftung hinzukaufen. Sie hat gegenüber der Landesregierung auch angeboten, die Hälfte der laufenden Kosten zu tragen. Nach Information unserer Zeitung soll sie dies für 15 Jahre garantiert haben. Die Kosten pro Jahr könnten für eine BA-Außenstelle bis zu fünf Millionen Euro ausmachen.

Hintergrund: BA Mosbach

Mit 18 Studenten startete die Berufsakademie (BA) Mosbach 1980. 2002 wurde die Außenstelle Bad Mergentheim eröffnet, derzeit mit rund 250 Studenten. Heute hat die BA Mosbach 2025 Studenten, 120 Mitarbeiter, davon 51 Professoren. Dazu kommen 700 nebenamtliche Dozenten. Unterrichtet wird in 31 Fachrichtungen.