Region bei regenerativer Stromerzeugung führend im Land

Region - Bei der Stromerzeugung durch Windkraft ist die Region Heilbronn-Franken in Baden-Württemberg spitze. Von den aktuell 370 Windkraftanlagen im Land wurden seit 1998 mehr als 100 Anlagen auf 14 Standorten mit Schwerpunkt Main-Tauber-Kreis und einer Gesamtfläche von 650 Hektar errichtet.

Von Joachim Friedl

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"Man kann doch immer ein Haar in der Suppe finden."

Thomas Strobl

Region - Bei der Stromerzeugung durch Windkraft ist die Region Heilbronn-Franken in Baden-Württemberg spitze. Von den aktuell 370 Windkraftanlagen im Land wurden seit 1998 mehr als 100 Anlagen auf 14 Standorten mit Schwerpunkt Main-Tauber-Kreis und einer Gesamtfläche von 650 Hektar errichtet.

Somit befinden sich momentan rund 30 Prozent der landesweiten Windkraftanlagen in der Region mit dem Schwerpunkt Main-Tauber-Kreis. Sie erzeugen mehr als 20 Prozent des regenerativen Stroms im Land oder 122 Megawatt. Mit dieser Leistung lassen sich rund zwei Millionen 60-Watt-Glühbirnen zum Leuchten bringen. Realisierbar sind künftig in der Region noch 20 Standorte mit einer Leistung von 40 Megawatt.

Debatte

"Wer hätte das vor Jahren gedacht, dass wir zur Region der Windmühlen werden und bei der Windkraft-Energieerzeugung den Spitzenplatz im Land einnehmen", freute sich Thomas Strobl. Der Vorsitzende der CDU-Verbandsfraktion betonte bei der Sitzung des Regionalverbands in Boxberg die vorausschauende Planung bei der Standortauswahl: "Unser Ziel war stets die gezielte Steuerung der Flächen. Dadurch wurde eine Verspargelung der Landschaft verhindert." Die CDU, betonte Strobl, habe nie eine Verhinderungspolitik von Windkraftanlagen betrieben.

Wortwechsel

"Hat die CDU nicht anfänglich systematisch versucht, Windkraft zu verhindern?", fragte erstaunt Harald Friese zurück. Der Sprecher der SPD-Verbandsfraktion hätte es "gut gefunden", wenn Thomas Strobl deutlich gemacht hätte, dass "nicht alles im Einvernehmen erfolgt ist und der heutige Spitzenplatz im Land ein Verdienst des Gesamtgremiums darstellt".

"Man kann doch immer ein Haar in der Suppe finden", konterte Strobl. Jede Ideologie sei hier fehl am Platze, riet er dem Sozialdemokraten. Dies wiederum rief Klaus Grabbe, Bürgermeister in Neckarsulm, auf den Plan: "Mich nervt diese Diskussion. Wir sind auf dem richtigen Weg, und den sollten wir weitergehen." Der SPD-Verbandsrat vermisst allerdings eine "ordentliche Energieagentur" für den Stadt- und Landkreis Heilbronn.

Kritik

Auf das Gebiet der Windtechnik begab sich Heiner Dörner von der FWV/FDP-Faktion. Für den Stadtrat in Heilbronn steht fest: "Der Dreiflügler ist physikalisch und energetisch das beste System. Anlagen werden im Normalfall die 120 Meter Höhe nicht überschreiten. Strömungstechnisch können Anlagen mit Rotoren von 120 Meter Durchmesser nicht beliebig eng gestellt werden. Der Mindestabstand liegt deshalb bei rund 600 Meter."

"Wer den Klimaschutz ernst nimmt, der kommt um den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen nicht herum", blickte Wolf Theilacker, Stadtrat in Heilbronn, nach vorn. Angesichts eines steigenden Strombedarfs durch die zunehmende Elektromobilität müsse auf den Wind gesetzt werden. Dazu aber, so der Regionalrat der Grünen, bedürfe es besserer Bedingungen zum Ausbau von Windkraftstandorten und vereinfachter Genehmigungsverfahren. Kritisch bewertete er die Haltung der baden-württembergischen Landesregierung, die derzeit nicht bereit sei, alte Anlagen gegen neue auszutauschen.


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