Neurologieabteilung des Weissenhof zieht um in den Gesundbrunnen

Weinsberg/Heilbronn - Die Abteilung für Neurologie des Klinikums am Weissenhof (KaW) mit 70 Betten und knapp 90 Mitarbeitern wird an das SLK-Klinikum am Gesundbrunnen verlagert. Im Gegenzug verzichtet die SLK auf vom Land zugestandene psychosomatische Betten.

Von Herbert Kaletta

Die Gebäude der Neurologie im Klinikum am Weissenhof. Bis Ende 2010 werden die Mitarbeiter hier bleiben, dann ziehen sie in den bis dahin fertiggestellten Neubau in Heilbronn um.Fotos: Archiv/Dirks

Weinsberg/Heilbronn - Die Abteilung für Neurologie des Klinikums am Weissenhof (KaW) mit 70 Betten und knapp 90 Mitarbeitern wird an das SLK-Klinikum am Gesundbrunnen verlagert. Im Gegenzug verzichtet die SLK auf vom Land zugestandene psychosomatische Betten. Die werden in Regie des KaW in einer psychosomatischen Abteilung mit Tagesklinik in Heilbronn aufgebaut.

Einen entsprechenden Vertrag haben jetzt die Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges (SLK) und Hermann Fliß (KaW) unterzeichnet. Formelles Übergangsdatum ist der 1. Januar 2010. Ab Jahresbeginn wird die Abteilung für Neurologie am Standort Weinsberg unter Regie der SLK-Kliniken geführt. Ende 2010 folgt der Umzug nach Heilbronn. Am Gesundbrunnen wird für die Neurologie ein zweistöckiger Fertigbau für fünf Millionen Euro erstellt. Der wird 70 Betten sowie Funktionsbereiche beherbergen. Die rund 90 Mitarbeiter der Neurologie Weinsberg werden in Heilbronn weiterbeschäftigt.

Für Vermögenswerte und Know-How wird Geld an das KaW fließen. Die Summe sei noch offen, sagt Fliß, da Neurologie und Psychosomatik-Betten gegengerechnet würden.

Bündelung der Kräfte
Blick ins Innere der neurologischen Abteilung in Weinsberg.

Die personalrechtlichen Maßnahmen sind laut Fliß und Jendges noch nicht abschließend geregelt. Jendges ist aber zuversichtlich, dass im September eine Einigung erzielt wird. Gegenüber der Heilbronner Stimme setzte er gestern auf Anfrage ein Signal an die betroffenen Mitarbeiter: „Wir werden den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für fünf Jahre zusagen.“ Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Jahr. Anton Schmid, für das Gesundheitswesen zuständiger Gewerkschaftssekretär von Verdi, nennt das Angebot „einen Schritt in die richtige Richtung“. Zwei wichtige Punkte seien aber offen. Der Nachteilsausgleich für Fahrten und Parkgebühren sowie die Gleichstellung der Mitarbeiter im Falle des Ausleihens (Gestellung) an die SLK. Im Übrigen kritisiert er, dass der Vertrag vor Abschluss der Personalregelungen unterzeichnet wurde. Genau das habe Fliß auf einer Personalversammlung ausgeschlossen, und das sei „Wortbruch“.

Kompetenz gestärkt

Mit dem Schritt wird aus SLK-Sicht die eigene Kompetenz, besonders bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten, weiter ausgebaut. Und man setzt damit das Schlaganfall-Konzept des Landes Baden-Württemberg um. Von einem „großen Fortschritt für die optimale Versorgung der Kranken in der Region“ spricht Thomas Jendges. Auch Hermann Fliß begreift die Zustimmung des KaW in diesem Sinne.

Der SLK-Aufsichtsratsvorsitzende, der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, spricht von einer „guten Fortentwicklung der SLK-Kliniken“. „Damit gibt es künftig auch in Heilbronn ein Zentrum für die Schlaganfallversorgung in der Region“, sagte Dr. Joachim Kohler vom Stuttgarter Sozialministerium, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums am Weissenhof ist. Landrat Detlef Piepenburg sprach von einem „sinnvollen Schritt, die Bürger in der Region Heilbronn profitieren davon“.