Neue Baumhäuser in Tripsdrill in Betrieb genommen

Cleebronn - Sie stehen gut versteckt zwischen Bäumen, direkt vor den Toren des Wildparadieses Tripsdrill. Mit den ersten fünf Baumhäusern, die gestern offiziell in Betrieb genommen wurden, hat der Erlebnispark am Fuß des Cleebronner Michaelsbergs sein Übernachtungsangebot um 30 Betten erweitert.

Von Thomas Dorn

Cleebronn - Sie stehen gut versteckt zwischen Bäumen, direkt vor den Toren des Wildparadieses Tripsdrill. Mit den ersten fünf Baumhäusern, die gestern offiziell in Betrieb genommen wurden, hat der Erlebnispark am Fuß des Cleebronner Michaelsbergs sein Übernachtungsangebot um 30 Betten erweitert. Zusammen mit den 20 Schäferwagen stehen nun 130 ungewöhnliche, originelle Schlafplätze zur Verfügung − mitten in der Natur.

Bis es so weit war, benötigte die Betreiberfamilie Fischer freilich einen langen Atem. "Hinter uns liegen etliche Monate Achterbahnfahrt", sagte Helmut Fischer, einer der Geschäftsführer, bei der Eröffnung.

Schutzgebiet

Genau genommen sogar Jahre. Die Planungen reichen bis ins Jahr 2006 zurück. Und ehe der Bebauungsplan verabschiedet und die Baugenehmigung erteilt waren, mussten mehrere Gutachten erstellt und viele Auflagen erfüllt werden. Schließlich liegt der Standort in einem FFH-Schutzgebiet.

"Vielleicht kann nur ein Familienbetrieb so etwas durchstehen", meinte Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg. Er beglückwünschte die Fischers zu ihrem Konzept und ihrem unternehmerischen Mut. Aus seiner Sicht setzen sie auf das richtige Pferd: "Naturnaher, nachhaltiger Urlaub − das ist ein ganz starker Trend."

Cleebronns Bürgermeister Thomas Vogl erwartet auch einen Gewinn für die "typische Kurzurlauberregion" Zabergäu: "Die Baumhäuser und Schäferwagen füllen eine Lücke in unserem Übernachtungsangebot." Für Helmut Fischer ("am Anfang stand der Kindheitstraum vom eigenen Baumhaus") sind sie der Beginn "einer neuen Ära", aber auch die logische Konsequenz der stetigen Weiterentwicklung von Erlebnispark und Wildparadies: "Für unsere Besucher ist es kaum noch möglich, alle Attraktionen an einem Tag zu erleben."

Wichtig war ihm, dass jede Behausung ein Original ist. "Vergesst Meterstab und Wasserwaage", hat er den Bauleuten gesagt. Baumhäuser dürfen, ja müssen etwas schief sein. Sie sollten aussehen, als wären sie mit dem Wald gewachsen. Und so kamen für ihn als Bauholz auch nur Robinien mit ihrer ungleichen Wuchsform in Frage. Weil sie in Deutschland für diesen Zweck aber nicht zertifiziert sind, musste der Zulassung ein Gutachten vorgeschaltet werden.

Fundamente Ein zweites Gutachten samt Sondergenehmigung wurde erforderlich, weil sich die Fischers statt eines Betonfundaments "der Natur zuliebe" für wurzelschonende Schraubfundamente entschieden. Je 46 Stück der zwei Meter langen Teile sind nun pro Haus in den Boden geschraubt, wie Architekt Horst Rothacker (Beilstein) erklärte.

Mehr als 660.000 Euro wurden − ohne die Erschließung − in den Bau der Baumhäuser gesteckt. An die Möglichkeit zur späteren Erweiterung ist bereits gedacht. Der Bebauungsplan lässt bis zu 100 Häuser zu. Und auch Leerrohre, Wasser- und Abwasserleitungen von mehreren Kilometern Länge sind verlegt.

Viel Komfort

Der Standard der Baumhäuser entspricht einem Drei-Sterne-Hotel. Auf zwei Etagen finden sechs Schlafgäste Platz. Die Hütten sind ausgestattet mit Fernseher und W-Lan, Kaffeemaschine und Kühlschrank, einem Sanitärbereich mit Dusche und WC sowie Fußbodenheizung. Preis pro Nacht (vier Personen): je nach Saison 178 bis 218 Euro, inklusive Frühstück. Aufpreis für die fünfte und sechste Person: je 28 Euro. Dazu kommt der Eintritt in den Erlebnispark. Infos: www.tripsdrill.de.

360 Grad




Bereits letzte Woche erhielt Chefredakteur Uwe Ralf Heer einen exklusiven ersten Einblick in die neuen Baumhäuser. In luftiger Höhe präsentierte er seine Videokolumne 360 Grad.