Mit einem Fahrschein durchs halbe Land

HNV führt 2012 Metropoltagesticket ein − Für mehr als 1000 Bus- und Bahnlinien gültig

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

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Ob zum Langlauf in den Schwarzwald, ins Porsche Museum nach Stuttgart oder zur Burg Hohenzollern − mit dem neuen Tagesticket der Metropolregion Stuttgart kommen Tagestouristen auch aus dem HNV-Land mit Bus und Bahn kostengünstig hin. Eingeführt wird das Ticket zunächst einmal für drei Jahre.Fotos: dpa

Hnv Führt - Es ist geschafft. Zum 1. Januar 2012 führt auch der Heilbronn - Hohenloher - Haller Nahverkehr (HNV) ein Tagesticket für die Metropolregion Stuttgart ein. Mit diesem Fahrschein ist es möglich, einen Tag beliebig oft alle öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das Metropoltagesticket gilt in drei Stadtkreisen, 16 Landkreisen und neun Verkehrsverbünden zwischen Heilbronn, Calw, Freudenstadt, Tübingen, Sigmaringen, Aalen, Schwäbisch Hall, Crailsheim und Öhringen für mehr als 1000 Bahn- und Buslinien. Nicht gültig ist das Ticket im Main-Tauber-Kreis, der zur Metropolregion Rhein-Neckar gehört.

Pilotvorhaben Das Metropoltagesticket kostet für eine Person 18,50 Euro. "Vier weitere Personen können auf dieses Ticket hinzu gebucht werden. Sie bezahlen jeweils nur vier Euro", spricht HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross von einem "äußerst attraktiven Angebot". Mit dem Höchstpreis von 34,50 Euro für fünf Personen ist das Metropoltagesticket 2,50 Euro günstiger als das Baden-Württemberg-Ticket der Bahn, das ebenfalls zum 1. Januar 2012 eingeführt wird. Es kostet für eine Person 21 Euro, jede weitere Person bezahlt vier Euro bis zum Höchstpreis von 37 Euro.

Beim Metropoltagesticket handelt es sich um ein Pilotvorhaben für Baden-Württemberg. Dass auch der Heilbronn- Hohenloher- Haller Nahverkehr dabei ist, dafür hat sich in den vergangenen Jahren der Regionalverband Heilbronn-Franken und hier insbesondere die SPD-Verbandsfraktion stark gemacht. "Das ist das erste Projekt, mit dem die Europäische Metropolregion Stuttgart für den Bürger im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar gemacht wird", freut sich Fraktionsvorsitzender Harald Friese.

Überschaubar ist das finanzielle Risiko, das die Stadt Heilbronn sowie der Hohenlohekreis und der Landkreis Heilbronn mit dem Metropolticket eingehen. Bei einem zum Start kalkulierten Einnahmerisiko von rund einer Millionen Euro übernimmt das Land Baden-Württemberg 50 Prozent. Die verbleibenden 500 000 Euro werden auf die neun Verkehrsverbünde und die hinter ihnen stehenden Stadt- und Landkreise aufgeteilt. Heilbronn zum Beispiel bezahlt für dieses Angebot 22 000 Euro, der Landkreis Heilbronn 15 000 Euro und der Hohenlohekreis 6500 Euro.

Die immer wieder geäußerte Sorge, mit dem Metropolticket erfolge der Einstieg in die Mitfinanzierung des stark defizitären Stuttgarter Nahverkehrs, zerstreut Gross: "Das ist absolut nicht der Fall. Es geht nur um dieses Ticket. Nichts anderes ist im Gespräch. Wir werden in kein Fass ohne Boden einsteigen."

Vergünstigungen Eingeführt wird das Metropolticket zunächst einmal für drei Jahre. "Nach zwei Jahren schauen wir die Zahlen an und entscheiden, ob der Fahrschein eine Zukunft hat", erklärt der HNV-Geschäftsführer. Dass dem so sein wird, davon ist Gross überzeugt: "Unser Ziel ist, in einigen Jahren schwarze Zahlen zu schreiben."

Angesprochen werden mit dem Metropolticket vor allem Ausflügler. "Hier liegt ein großes Potenzial", glaubt Gross. Attraktiv gemacht wird der Fahrschein darüber hinaus dadurch, dass Rabatte bei schon jetzt 20 Freizeiteinrichtungen gewährt werden. Wer das Ticket an der Kasse vorzeigt, kann kostengünstiger zum Beispiel das Porsche-Museum in Stuttgart, die Eisenbahn-Erlebniswelten in Horb, das Freilandmuseum Wackershofen, Burg Hohenzollern oder die WMF-Fischhalle in Geislingen besuchen.

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