Landrat sieht in neuer Studie keinen Sinn

Bürgermeister prüfen, ob sie ein weiteres Gutachten für die Frankenbahn in Auftrag geben

Von Wolfgang Müller

Landrat sieht in neuer Studie keinen Sinn
Die Diskussion um die Strecke Jagstfeld-Osterburken geht weiter.Foto: Müller

Region Auf - der Bahnstrecke Heilbronn-Franken wird auf absehbare Zeit keine Stadtbahn fahren. Das hat der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg in einem Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigt. Piepenburg stützt sich auf ein Gutachten aus dem Jahr 2000. Demnach sei eine Stadtbahn auf der sogenannten Frankenbahn nicht empfehlenswert. "Die Parameter haben sich in der Zwischenzeit nicht verändert", so Piepenburg. Zudem kämen auf die Kommunen hohe Kosten zu. Bei fünf Stadtbahnwagen müsse man mit 25 Millionen Euro rechen, "die erst einmal erwirtschaftet werden müssen", so Piepenburg. Deshalb sehe er keinen Sinn in einer neuen Machbarkeitsstudie.

Angebot Genau die bringen aber jetzt die Bürgermeister entlang der Strecke möglicherweise auf den Weg. Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer hat sich vom Unternehmen Transport Technologie Consult Karlsruhe (TTK) ein entsprechendes Angebot für 21 000 Euro eingeholt. TTK zeichnet für das Gutachten aus dem Jahr 2000 verantwortlich, auf das sich der Landrat bezieht, und ist ein Tochterunternehmen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Deren ehemaliger Geschäftsführer Dieter Ludwig hat bei einem Vortrag im September in Möckmühl eine Stadtbahn auf der Frankenbahnstrecke ins Gespräch gebracht.

Laut Stammer soll die neue Studie Aufschluss darüber geben, wie die Strecke Jagstfeld-Osterburken ertüchtigt werden kann. Außerdem soll sie darstellen, wie teuer eine Stadtbahn die Kommunen käme. Und sie soll klären, ob der Vertrag zwischen der Bahn AG und dem Land Baden-Württemberg, der den Verkehr auf der Strecke bis 2016 regelt, vorzeitig beendet werden kann. "Ich werde mich jetzt mit meinen Kollegen von Osterburken bis Bad Friedrichshall abstimmen", so Stammer. Neudenaus Bürgermeister Manfred Hebeiß betonte, dass nach fast zehn Jahren ein neues Gutachten angebracht wäre.

Zeitplan Piepenburg hält die Stadtbahndiskussion dagegen für kontraproduktiv. Er will am Zeitplan bis 2016 festhalten, wenn der Vertrag zwischen Bahn und Land ausläuft. Damit der künftige Betreiber - "wer auch immer das sein wird" - 2016 auf den Gleisen fahren kann, müsse spätestens 2012 eine europaweite Ausschreibung erfolgen, die wiederum ein entsprechendes Pflichtenheft erfordere. "Der Zeitplan ist eng gesteckt", so Piepenburg.