Land macht Weg frei für Grünes U

Fachwerkstadt erhält Zuschlag für die kleine Gartenschau im Jahr 2021

Von Alexander Hettich

Land macht Weg frei für Grünes U
Den Bogen raus: Eine solche Brücke in den Bahnhofswiesen gehört zu den vielen Ideen, die Eppingen mit der Gartenschau umsetzen möchte.Darstellung: Fischer und Partner

Eppingen - Eppingens Grünes U bleibt keine Vision: Am Dienstag hat die Fachwerkstadt von der Landesregierung den Zuschlag erhalten, im Jahr 2021 eine kleine Gartenschau auszurichten. Kernstück der Bewerbungsmappe ist ein Grünstreifen, der sich an Elsenz und Hilsbach entlang um die Altstadt ziehen soll. "Das ist ein überragendes Projekt für die Stadt", kommentierte Oberbürgermeister Klaus Holaschke, der sich große Chancen für die Stadtentwicklung verspricht. Was den erwarteten Imagegewinn angehe, sei die Gartenschau mit den baden-württembergischen Heimattagen 2007 gleichzusetzen.

Späte Freude Die sogenannten Grünprojekte, gefördert mit bis zu zwei Millionen Euro aus Stuttgart, vergibt das Land immer für ungerade Jahre. Eigentlich hatte sich Eppingen für 2017 beworben, war aber leer ausgegangen. Jetzt sprießen im Kraichgau die grünen Träume. Ein ganzes Bündel von Projekten sieht der Bewerbungswälzer vor, den das Reichenbacher Büro Fischer und Partner im Auftrag der Stadt ausgearbeitet hatte. Das Konzept schlägt den Bogen um die Altstadt, bindet die Stadtteile an und schafft durchgehende Strecken für Radler. Vernachlässigte Flecken wie die Gegend um den Festplatz an der Talstraße oder der Mühlkanal − von Eppingern abschätzig Müllkanal genannt − sollen aufblühen.

"Dann zieht sich eine grüne Ader durch Eppingen", freut sich Erhard Hahn, "im Moment ist vieles Stückwerk." Der Vorsitzende des Bezirksobstbauvereins, der auch dem Landesverband der Hobbygärtner vorsteht, war an den Planungen beteiligt. Die Umsetzung, sagt er voraus, "wird eine große Herausforderung". Bis 2021 ist es noch eine Weile hin, was laut Hahn kein Nachteil sein muss. Projekte wie das geplante Einkaufszentrum auf dem Süßmostereiareal in der Innenstadt seien bis dahin vielleicht realisiert.

"Ich habe schon fast nicht mehr damit gerechnet", zeigt sich Werner Förster erleichtert. Er leitet den Verein der Freunde des Bürgerparks. Das Gelände am Eppinger Bahnhof hat sich unter Mithilfe vieler Eppinger seit den Heimattagen 2007 zum Schmuckstück entwickelt und ist wichtiger Teil des Grünprojekts. Förster: "Jetzt hat man Zeit, das Geld zusammenzubekommen." Dieselbe Summe, die das Land gewährt, muss die Stadt aus der eigenen Kasse aufbringen. Baubürgermeister Eduard Muckle nimmt aber auch andere Zuschusstöpfe ins Visier, für die sich das Grünprojekt als Türöffner erweisen könnte. "Wir kommen jetzt leichter an Fördergelder."

So könnte manches Vorhaben vielleicht schon deutlich früher Realität werden als 2021. "Das ist eine Initialzündung." Jetzt, so Muckle, gelte es aber erst einmal, die Pläne weiter zu konkretisieren. "Sobald der Zuschlag da ist, beginnt die Uhr zu ticken."

Regionale Konkurrenz OB Holaschke kündigt an, man werde rasch "einen Masterplan für die Finanzierung" auf die Beine stellen. "Da kann man nicht lange warten." Das Votum des Landeskabinetts kam für den Rathauschef nicht ganz unerwartet. "Wir hatten sehr positive Rückmeldungen." Dass es 2017 nicht geklappt hat, hing wohl mit der starken regionalen Konkurrenz zusammen. Öhringen richtet 2016 die Landesgartenschau aus, Heilbronn 2019 die Bundesgartenschau.

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