Konstruktiv Kritik üben

Lehrer der Schmidt-Schule wollen sich mit Feedbackmethoden verbessern

Von Stefanie Pfäffle

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Konstruktiv Kritik üben
Lehrer, die die Schulbank drücken. Beim Qualitätstag ging es darum, Rückmeldung von den Schülern zu erhalten.Foto: Stefanie Pfäffle

Neckarsulm - Sie heißen Blitzlicht, Lernrad, Stimmungsbarometer oder Reflexionsbogen. Das sind alles Methoden für Lehrer, um eine Rückmeldung über ihren Unterricht von den Schülern zu bekommen. "Das sind die Leute für die ich arbeite, deren Rückmeldung ist mir die Wichtigste", erklärt Schulberater Thomas Leupold. Mit neun seiner Kollegen von PIN (pädagogische Innovation), alles freie Schulberater, hielt er einen Qualitätstag zum Thema "Individualfeedback" an der Christian-Schmidt-Schule(CSS) in Neckarsulm ab.

Alle beruflichen Schulen Baden-Württembergs müssen spätestens ab dem kommenden Schuljahr so genannte OES-Schulen sein, wobei OES für "operativ eigenständige Schule" steht. "Es ist auch in unserem Interesse, Qualitätsentwicklung in allen Bereichen zu betreiben, vor allem beim Unterricht", erklärt Karl-Heinz Hahn, Schulleiter der CSS.

Pilotgruppe Hier arbeitet man seit zwei Jahren als OES, eine Pilotgruppe im Haus sammelte die ersten Erfahrungen mit dem Schüler-Lehrer-Feedback. "Unterricht ist nun mal die zentrale Aufgabe eines Lehrers und dieser muss gegebenenfalls weiter entwickelt werden."

Dazu holte man sich nun externe Experten ins Haus. "Wir wollen eine Feedbackkultur aufbauen, das heißt, dass es Rückmeldung von Schülern, Kollegen, Eltern und in unserem Fall auch von den Ausbildungsbetrieben gibt", erläutert Beate Kreuer, Feedback-Beauftragte der Schule. So etwas müsse sich entwickeln und an diesem Tag soll mit einer Vorstellung der Methoden der erste Grundstein gelegt werden.

Davon sollen vor allem die Schüler profitieren. "Sie lernen, konstruktiv zu kritisieren und dass ihre Kritik ernst genommen wird." Nur, wenn der Lehrer als Reaktion auf die Rückmeldung an sich und seinem Unterricht arbeitet, macht es Sinn und die Schüler machen auch mit.

Hilfreich "Sie erkennen, dass nicht nur der Lehrer für einen erfolgreichen Unterricht verantwortlich ist und fühlen sich mit einbezogen", betont Hahn. Rückmeldung gebe es dank des Internets und entsprechender Seiten sowieso, nur so ist sie hilfreich. Für die Betriebe, deren Lehrlinge hier ausgebildet werden, sei Qualitätsmanagement täglich Brot.

Christine Jakob unterrichtet in der Allgemeinbildung. "Ich bin schon mal mit einer Klasse einen Fragebogen durchgegangen, habe aber heute gelernt, dass der Zeitpunkt am Ende des Schuljahrs falsch war", erzählt sie von ihren Erfahrungen. Damals habe sie befürchtet, dass solch eine Rückmeldung zur Abrechnung ausartet. "Aber es war etwas, mit dem ich was anfangen konnte."