Kommunen zahlen 103 Millionen Euro

Region Heilbronn- Der Landkreis Heilbronn übernimmt für die Städte und Gemeinden der Region viele Aufgaben. Um dies leisten zu können, müssen die einzelnen Kommunen eine Umlage bezahlen. Im Etat für das laufende Jahr sind es insgesamt 103 Millionen Euro - immerhin 41 Prozent der Gesamteinnahmen des Landkreises. Der Hebesatz von 28,5 Punkten ist einer der niedrigsten im Land. Neckarsulm überweist wie in den Vorjahren mit Abstand am meisten Geld an die Kreiskasse.

Von Reto Bosch

Kommunen zahlen 103 Millionen Euro
Produktion bei Audi: Wenn es in der Wirtschaft rund läuft, profitieren auch die Kommunen. Sie erhalten mehr Gewerbesteuer. Ein Teil dieser Einnahmen fließt als Umlage an den Landkreis Heilbronn.Foto: Dittmar Dirks

Region Heilbronn- Der Landkreis Heilbronn übernimmt für die Städte und Gemeinden der Region viele Aufgaben. Um dies leisten zu können, müssen die einzelnen Kommunen eine Umlage bezahlen. Im Etat für das laufende Jahr sind es insgesamt 103 Millionen Euro - immerhin 41 Prozent der Gesamteinnahmen des Landkreises. Der Hebesatz von 28,5 Punkten ist einer der niedrigsten im Land.

Gewerbesteuer

Neckarsulm überweist wie in den Vorjahren mit Abstand am meisten Geld an die Kreiskasse. Fast 20 Millionen Euro steuert die Stadt bei, ein Fünftel der gesamten Umlage. Ein Jahr zuvor waren es noch über 35 Millionen Euro, die rund 30 Prozent ausmachten. Grund für diese Entwicklung: Im Jahr 2006 hatte die Ganzhornstadt extrem viel Gewerbesteuer eingenommen. Und diese hohe Steuerkraft schlägt sich zwei Jahre später in der Kreisumlage nieder. So will es die Systematik des Haushaltsrechts.

Die übrigen 45 Kommunen tragen also 80 Prozent. Neckarwestheim kann dank GKN, anderen Betrieben und der Beteiligung am Industriegebiet Ottmarsheim zwei Millionen Euro überweisen. Deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Verantwortlich für den Rückgang ist ein Einbruch bei der Gewerbesteuer: 6,8 statt geplanter zehn Millionen Euro. 2008 muss Neckarwestheim sogar mehr Gewerbesteuer zurückzahlen als die Kommune einnimmt. 2010 wird Neckarwestheim bei der Kreisumlage nur eine Nebenrolle spielen können.

Pro-Kopf-Auswertung

Nach absoluten Zahlen gerechnet ist Eppingen mit 6,3 Millionen Euro der zweitgrößte Umlagenzahler. Gefolgt von Bad Rappenau (5,4 Millionen Euro) und Bad Friedrichshall (4,9 Millionen). Güglingen steuert, auch dank des Gerüstherstellers Layher, 4,4 Millionen Euro bei. In der Pro-Kopf-Auswertung bedeutet das mit 704 Euro je Einwohner Rang 2. Zum Vergleich: In Neckarsulm beträgt dieser Wert 731 Euro, in Siegelsbach 146 Euro. Deutlich zugelegt hat im Vorjahresvergleich die Stadt Lauffen. Sie überweist 3,1 statt 2,8 Millionen Euro nach Heilbronn.

Über die Höhe des Umlagesatzes herrscht im Kreistag weitgehend Einigkeit. Landrat Detlef Piepenburg fährt den Kurs, die Städte und Gemeinden weitestmöglich zu entlasten und dafür Investitionen zum Teil über Kredite zu finanzieren. Harry Brunnet, FDP/FWV-Fraktionsvorsitzender und Chef des Gemeindetag-Kreisverbands, bescheinigt der Umlagenhöhe die richtige Balance: zwischen Finanzierungsbedarf des Kreises und den Zwängen der kommunalen Haushalte. Möglich ist der niedrige Heilbronner Hebesatz durch hohe Steuereinnahmen der Kommunen. Im vergangenen Jahr betrug die Steuerkraftmesszahl im Landkreis Heilbronn pro Kopf 958 Euro. Im Neckar-Odenwald-Kreis sind es gerade mal 500 Euro, im Stadtkreis Stuttgart liegt der Wert bei 1081 Euro.