Keine Stadtbahn für das Jagsttal

Region - Eine Stadtbahn im Jagsttal wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Das stellte Landrat Detlef Piepenburg am Montagnachmittag im Verwaltungsausschuss des Kreistages klar. Der Landkreis müsse vielmehr mit Hochdruck daran arbeiten, den überregionalen Bahnverkehr auf der sogenannten Frankenbahn zu ertüchtigen

Von Wolfgang Müller

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Keine Stadtbahn für das Jagsttal
Die Waggons auf der sogenannten Frankenbahn bleiben rot. Die gelben Wagen der Stadtbahn werden hier auf absehbare Zeit nicht fahren.Foto: Archiv/Wolfgang Müller

Region Eine - Stadtbahn im Jagsttal wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Das stellte Landrat Detlef Piepenburg am Montagnachmittag im Verwaltungsausschuss des Kreistages klar. Der Landkreis müsse vielmehr mit Hochdruck daran arbeiten, den überregionalen Bahnverkehr auf der sogenannten Frankenbahn zu ertüchtigen. "Das ist eines der dicksten Bretter, die wir bohren müssen", sagte Piepenburg.

Vortrag

Hintergrund der Diskussion ist ein Vortrag des ehemaligen Geschäftsführers der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG), Dieter Ludwig, Mitte September in Möckmühl. Auf Einladung der Bürgerinitiative 780 Frankenbahn hatte der Nahverkehrsexperte behauptet, eine Stadtbahnverbindung zwischen Heilbronn und Osterburken könne ohne viel Aufwand zeitnah in Betrieb gehen. Die Logistik sei bereits vorhanden. Und mit 60 000 Anwohnern verfüge man auf der Strecke auch über "genügend Masse".

Der Bad Friedrichshaller Bürgermeister Peter Dolderer von der CDU-Fraktion hat daraufhin die Frage aufgeworfen, ob das Leitbild des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) des Landkreises aus dem Jahr 2000 fortgeschrieben werden müsse. Außerdem solle die Verwaltung überprüfen, inwieweit schnelle Verbesserungen auf der Frankenbahn umgesetzt werden können.

Unmut

Veraltete Wagen und schlechte Verbindungen sorgen bei den Fahrgästen entlang der Frankenbahn seit Jahren für großen Unmut. So einfach wie Ludwig es dargestellt habe, sei die Sache aber nicht, betonte Piepenburg. "Herr Ludwig hat eine besondere Art für sein Unternehmen zu werben. Wenn es nach ihm geht, muss man nur ein paar Drähte spannen, und schon kann es losgehen", sagte der Landrat.

Schon heute nutzen laut Piepenburg knapp 3000 Fahrgäste täglich die Frankenbahn. Eine Steigerung sei mit einer Stadtbahn nicht zu erwarten. Außerdem lebten entlang der Strecke nur knapp 27 000 Einwohner. Eine Stadtbahn würde zudem den überregionalen Zugverkehr beeinträchtigen. "Es ist wenig sinnvoll, mit einer Stadtbahn unsere Pläne bis 2016 zu konterkarieren", sagte Piepenburg. So lange läuft der Vertrag, den das Land Baden-Württemberg mit der Deutschen Bahn über die Frankenbahn abgeschlossen hat. "Danach sieht man weiter", sagte Piepenburg.

Hohe Kosten

Dagegen hält der Landkreis an der Zabergäubahn grundsätzlich fest. Auch wenn sie derzeit wegen zu hoher Kosten nicht realisierbar sei. Immerhin entfielen auf den Kreis und die vier Anrainerkommunen jährliche Kosten von knapp drei Millionen Euro.