In Kleinstarbeit Nachlass archiviert

Karl-Heinz und Dorothea Dähn bekommen Manfred-Kyber-Gedächtnispreis

Von Nelli Nickel

Karl-Heinz und Dorothea Dähn richteten das Manfred-Kyber-Museum ein und beschäftigten sich mit seinem Nachlass. Jetzt bekommen sie einen Preis.Foto: Dirks

Untergruppenbach - „Wenn man sich einmal mit der Person Manfred Kyber ernsthaft befasst hat, kann man nicht mehr aufhören“, sagt Karl-Heinz Dähn. Aus der anfänglichen Idee, eine Gedenkstätte für den Tierschützer und Schriftsteller in Löwenstein zu errichten, entwickelte sich eine Leidenschaft, die der 81-jährige Untergruppenbacher mit seiner Frau Dorothea teilt.

Für ihre Engagement wird das Ehepaar am kommenden Freitag in Villingen-Schwenningen mit dem Manfred-Kyber-Gedächtnispreis ausgezeichnet. Erstmalig wird der Preis verliehen, der vom Johanniterhof und Centro-Lanzarote gestiftet wird. Er ist mit 1000 Euro dotiert. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Manfred-Kyber-Gesellschaft, Peter Götz, wurde der Preisträger bestimmt. Gesellschafts-Mitglied Wolfgang Maiworm wird ihn überreichen. Elvira Lohre, Leiterin des Manfred-Kyber-Museums in Löwenstein, hält die Laudatio.

„Kyber ist eine interessante Person“, sagt Dähn. Viele Jahre hat er sich mit dem Nachlass des Schriftstellers befasst. Angefangen mit dem Manfred-Kyber-Zimmer, das er 1968 mit seiner Frau in der Grundschule in Löwenstein eingerichtet hat. 1976 zog der Inhalt des Zimmers ins Rathaus, in den ehemaligen Arrestraum. Wieder legte das Paar Hand an. Ein letztes Mal setzten die Dähns den Nachlass des Tierfreunds 1993 im Freihaus im Manfred-Kyber-Museum in Szene. „Das Ehepaar hat das Museum wunderschön, einladend und mit viel Mühe eingerichtet“, sagt Elvira Lohre. Sie ist überzeugt: Wenn sich Karl-Heinz Dähn nicht so engagiert um den Nachlass gekümmert hätte, würden heute nicht so viele Informationen über Kyber zur Verfügung stehen. „Dähn hat die Unterlagen gesammelt, archiviert und zur Ausstellung gebracht“, lobt Lohre. Der pensionierte Schulamtsdirektor habe die Aufgabe mit Elan und zielgerichtet in die Hand genommen, so die Museumsleiterin.

1983 veröffentlichte der Heimatforscher eine Biografie des Schriftstellers und schrieb für das Löwensteiner Stadtbuch einen Lebensabriss des Autors. In Kleinstarbeit ging er den Nachlass durch, archivierte handschriftliche Notizen. 1995 unternahm er mit einer Gruppe eine Reise nach Riga und besuchte das Geburtshaus Kybers, das Gut Paltemal. Für das Untergruppenbacher Ehepaar ist die Auszeichnung von Bedeutung. „Es ist das positive Ergebnis für die Aufgaben und die viele Arbeit, die wir verrichtet haben“, sagt Karl-Heinz Dähn.