Im stillen Kämmerlein auf Kandidatensuche

Heilbronn - In 296 Tagen, am 7. Juni 2009, finden die Kommunalwahlen statt. Eine lange Zeit, denkt man – doch bei den Parteien jeglicher Couleur werden hinter den Kulissen bereits eifrig die Strippen gezogen und Kandidaten unter dem Siegel der Verschwiegenheit umgarnt. In Heilbronn wollen die meisten Parteien im Herbst, spätestens zum Jahresende, ihre Listen präsentieren.

Von Joachim Friedl

Kommunalwahl 2009: Welche Kandidaten werden antreten?Foto: Archiv/Veigel
Heilbronn - In 296 Tagen, am 7. Juni 2009, finden die Kommunalwahlen statt. Eine lange Zeit, denkt man – doch bei den Parteien jeglicher Couleur werden hinter den Kulissen bereits eifrig die Strippen gezogen und Kandidaten unter dem Siegel der Verschwiegenheit umgarnt. In Heilbronn wollen die meisten Parteien im Herbst, spätestens zum Jahresende, ihre Listen präsentieren.

CDU

Auf zwei Stadträte müssen die Christdemokraten verzichten: Norbert Selz (15 908 Stimmen) hört nach fast 35 Jahren auf. Der 68-jährige Neckargartacher zieht mit seiner Frau nach Abstatt. Weniger im Guten scheint Ratskeller-Wirt Jürgen Mosthaf (17 503 Stimmen) zu scheiden. Zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit dem Fraktionsvorsitzenden und starken Mann der CDU, Alexander Throm, sollen der Hauptgrund sein. „Der Jürgen“, sagt ein Parteifreund, „geht mit der Partei und der Fraktion nicht mehr konform. Nicht nur einmal gab es 15:1 Abstimmungen.“ Spekuliert wird, ob sich Jürgen Mosthaf einer anderen Partei (FWV, FDP?) anschließt.

Anführen wird die CDU-Liste MdB Thomas Strobl. Antreten werden auch alle anderen Stadträte. An neuen Namen im Gespräch sind momentan Ekkehard Hein, Direktor des Regionalverbands, Dirk Reinecker, Sohn von Horst Reinecker (†), und Andreas Fuchs, Sohn von Ehrenbürgerin Paula Fuchs.

SPD

Alle zwölf Stadträte werden sich erneut bewerben. Gespannt darf man sein, wer von den Etablierten für den Journalisten Gerd Kempf, dem Platz 5 versprochen sein soll, nach hinten rücken muss. Nervosität herrscht auch, weil den Genossen droht, Mandate an die Linkspartei zu verlieren. Anführen wird die Liste die Fraktionsvorsitzende Sibylle Mösse-Hagen. Fehlen wird der Partei Bürgermeister Harry Mergel, der 2004 gute 27 660 Stimmen holte.

FDP

Bis auf Ursula Scheuermann werden Nico Weinmann, Karl-Heinz Losch, Siegfried Determann und Gottfried Friz wieder kandidieren. Neue Namen sind derzeit der frühere IHK-Präsident Günter Steffen und der TV-Anwalt Malte Höch. Ob MdB Michael Link antritt, ist offen.

FWV

Die Galionsfigur Heiner Dörner (68) versucht’s noch einmal. Sein Ehrgeiz ist, für die Freien Wähler eine 40er-Liste zu präsentieren. Zulauf, heißt es, gebe es reichlich.

Grüne

Die Stadträte Karl-Heinz Kimmerle und Wolf Theilacker werden wieder antreten. Eine Klammer steht hinter Uwe Ahrens. Birgitt Wölbing, so sie denn von Neckarsulm nach Heilbronn zieht, und Alexander Habermeier, Sprecher der Initiative Saarlandstraße, wollen auf die Liste.

REP

Ob es eine Liste geben wird, ist offen. Wenn ja, könnte Stadtrat Alexander Schonath die treibende Kraft sein. Bei Pro Heilbronn wird er sich nicht einbringen: „Ich trete nicht unter Dagenbach an.“

Pro Heilbronn

Unter diesem Namen könnte es unter der Federführung von Alfred Dagenbach (bislang REP) und seinem Schwiegersohn Heiko Auchter (REP) eine Liste der „gemäßigten Rechten“ geben.

Linke/Hopp/ÖDP

Schließen sich die Linkspartei und das Heilbronner offene Personenbündnis mit Perspektive zusammen? Eher nein. Die Linke-Führung lehnt einen Zusatz im Namen ab. Linke-Spitzenkandidat könnte Hasso Ehinger werden. Denkbar wäre auch eine Listen-Kombination Hopp/ÖDP mit einem Spitzenkandidaten Peter Henschel.