"Ich sehe gute Perspektiven"

Neckarsulm - Die Christian-Schmidt-Schule hat etwas zu feiern. Vor 100 Jahren begann der Unterrichtsbetrieb an der Gewerbeschule Neckarsulm, dem Vorgänger der CSS. Am morgigen Freitag steht der Festakt auf dem Programm, anschließend ein Tag der offenen Tür.

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"Ich sehe gute Perspektiven"
2817 junge Erwachsene gehen auf diese Berufsschule in Neckarsulm. Morgen gibt es hier einen Festakt zum Jubiläum, danach einen Tag der offenen Tür.Fotos: Ralf Seidel

Neckarsulm - Die Christian-Schmidt-Schule hat etwas zu feiern. Vor 100 Jahren begann der Unterrichtsbetrieb an der Gewerbeschule Neckarsulm, dem Vorgänger der CSS. Am morgigen Freitag steht der Festakt auf dem Programm, anschließend ein Tag der offenen Tür. Die Berufsschule sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt: "Ich sehe gute Perspektiven für unsere Schüler, selbst wenn sie nicht direkt auf dem Arbeitsmarkt unterkommen", sagt Schulleiter Karl-Heinz Hahn im Gespräch mit Friedhelm Römer.

Herr Hahn, Ihre Schule steht vor einem Jubiläum. Zeit um zurückzublicken. An welche Zeiten erinnern Sie sich besonders gern?

Karl-Heinz Hahn: Auch ich war früher Schüler hier. Daran erinnere ich mich gerne zurück. Ich glaube, dass die Lehrerschaft genauso engagiert ist und dafür sorgt, dass die Schüler eine gute berufliche Ausbildung bekommen, wie das früher der Fall war. Es gibt auch viele Kollegen, die über den Direkteinstieg den Weg in die Schule gefunden haben.

Welches sind die gravierendsten Veränderungen für die Schule gewesen?

Hahn: Das war die Einführung der Computertechnik und alles, was da drin steckt - die Mikroprozessoren. Auch der Bereich der Automatisierungstechnik gehört dazu. Einen Technologiesprung wie in den vergangenen 15, 20 Jahren hat es noch nie gegeben.

Wie ist das Selbstverständnis der Schule? Was möchte sie vermitteln?

Hahn: Unser Kerngeschäft ist die Berufsschule. Wir sehen uns daher als Teil des dualen Berufsausbildungssystems. Wir möchten jungen Menschen gemeinsam mit den Betrieben eine solide berufliche Ausbildung geben und die Persönlichkeit stärken. Wir sehen uns verpflichtet, dass die Wirtschaft in der Region gute Facharbeiter bekommt. Davon profitieren letztlich wir alle.

Wie funktioniert die Kooperation mit den Betrieben?

Hahn: Es gibt Ausbildertreffen mit den Vertretern der Betriebe in der Schule. Wir tauschen Informationen aus und holen uns ein Feedback ein.

Ist die Schule für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet?

Hahn: Wir glauben, dass unser System tragfähig ist. Wir hoffen dabei, dass uns die Schulverwaltung in Stuttgart genügend Lehrer zur Verfügung stellt. Und wir sind davon überzeugt, dass der Stellenwert der beruflichen Schulen beim Schulträger Landkreis Heilbronn unverändert hoch bleibt.

Wie sehr sind Sie von der Wirtschaftskrise getroffen worden?

Hahn: Sie betrifft uns glücklicherweise noch nicht. Die Zahl der Berufsschüler ist bei uns im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Es gibt jedoch Verschiebungen. Wir haben 30 Prozent weniger Schüler im IT-Bereich, dafür haben wir aber im Metallbereich einen Zuwachs, der den Rückgang kompensiert.

Wie bewerten Sie die Zukunftschancen Ihrer Schüler?

Hahn: Es gibt düstere Wolken am Himmel, die sich aber wieder verziehen werden. Ich sehe gute Perspektiven für unsere Schüler, selbst wenn sie nicht direkt auf dem Arbeitsmarkt unterkommen. Viele nutzen die Situation, um sich weiter zu qualifizieren.

Welche Signale kommen denn in diesen Wochen aus der Wirtschaft?

Hahn: Die Signale sind immer noch positiv. Bei unseren Kooperationsbetrieben von Audi über Kolbenschmidt hin zu EnBW, Illig oder Schunk hören wir nichts von einem Absenken der Ausbildungsplätze.