Hauptbahnhof wird wohl ab 2009 saniert

Barrierefreie Anlagen geplant – Wenig Aussicht auf kurzfristige Verbesserungen bei Frankenbahn

Von Reto Bosch

Email
Rund acht Millionen Euro sollen in den Hauptbahnhof fließen.Foto: Archiv/Kugler

Heilbronn - Der Heilbronner Hauptbahnhof wird voraussichtlich vom nächsten Jahr an saniert. Sechs bis acht Millionen Euro werden die Verbesserungen kosten. Das wurde gestern Abend bei einer Pressekonferenz zu Bahnthemen im Landratsamt deutlich. Keinen Durchbruch gibt es beim Thema Frankenbahn.

Landrat Detlef Piepenburg und Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach führten diese Woche in Berlin ein Gespräch mit den für Infrastruktur zuständigen Vorständen der Deutschen Bahn (DB). Sehr positive Nachrichten nahm Himmelsbach mit Blick auf den Hauptbahnhof mit nach Hause. Die Bahn signalisierte, diesen ab 2009 schrittweise zu verbessern. Die endgültige Entscheidung soll zwar erst im Oktober fallen. „Doch ich bin guten Mutes“, sagte der OB gestern. Georg Brunnhuber teilt diesen Optimismus. Das DB-Aufsichtsratsmitglied geht ebenfalls davon aus, dass 2009 der Startschuss fällt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete setzt sich auf Bitten seines Parteifreunds Thomas Strobl für die Bahninfrastruktur im Unterland ein. Zunächst soll der Bahnhof barrierefrei werden. Laut Himmelsbach sind vier Aufzüge geplant. Vorgesehen sind zudem abgesenkte Bahnsteige und bessere Überdachungen. Die Kosten von sechs bis acht Millionen Euro finanzieren Bund, Land und Bahn.

Wenig Aussicht für kurzfristige Verbesserungen gibt es dagegen für die Frankenbahn. Bei den Gesprächen in Berlin erhielt auch Landrat Piepenburg eine überraschende Information: Der Bahnknoten in Würzburg ist derart überlastet, dass Optimierungen auf der Strecke allein keinen Erfolg bringen. Diese könne etwa 120 Züge bewältigen, nur 80 sind zwischen Heilbronn und Würzburg unterwegs. Doch mehr können derzeit im dortigen Bahnhof nicht verkraftet werden. Etwa vier Jahre werde eine Knotenstudie in Anspruch nehmen. Investitionen voraussichtlich im dreistelligen Millionenbereich seien notwendig.

Jetzt komme es darauf an, Lücken in Würzburg zu finden, erklärte Brunnhuber. Vor allem morgens und abends. Er hofft, dass kürzere Wartezeiten und zeitweise ein Stundentakt erreichbar sind. Dass die alten, derzeit verkehrenden Wagen bald ausgetauscht werden, damit ist nicht zu rechnen. Sehr zum Ärger der BI Frankenbahn. Hans-Martin Sauter wies darauf hin, dass genügend neuere Wagen zur Verfügung stünden. Doch deren Einsatz sei für die Bahn bilanztechnisch teurer, weil sie noch nicht abgeschrieben sind, ergänzte Klaus Gramlich von der Arbeitsgruppe Frankenbahn.