Gegenkandidat für Himmelsbach

Ellhofen - Es war ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Regionalverbands Heilbronn-Franken: Bei der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung am Freitag in Ellhofen präsentierte sich überraschend Armin Waldbüßer als Gegenkandidat von Helmut Himmelsbach

Von Joachim Friedl

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In Ellhofen startete der Regionalverband Heilbronn-Franken in seine 8. Legislaturperiode. Die Aufnahme zeigt die Verpflichtung der Verbandsmitglieder.Foto: Ulrike Kugler

Ellhofen - Es war ein einmaliger Vorgang in der 36-jährigen Geschichte des Regionalverbands Heilbronn-Franken: Bei der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung am Freitag in Ellhofen präsentierte sich überraschend Armin Waldbüßer, Naturwareneinzelhändler aus Obersulm und Sprecher der neuen Verbandsfraktion Grüne/ÖDP/Linke, als Gegenkandidat von Helmut Himmelsbach (OB Heilbronn) um den Vorsitz des Planungsgremiums.

Deutliche Kritik

"Wir sind nicht zufrieden mit der Arbeit des bisherigen Verbandsvorsitzenden", verblüffte Wolf Theilacker Verbandsverwaltung und Verbandsräte gleichermaßen. Wie aus der Hüfte geschossen bezeichnete der Grünen-Stadtrat aus Heilbronn Helmut Himmelsbach als "Bremser von regenerativen Energien" und kritisierte seine Informationspolitik.

"Das ist ein denkbar schlechter Start für die Grüne-ÖDP-Linke-Fraktion", ergriff Thomas Strobl das Wort und wies unter dem Applaus vieler Verbandsmitglieder den Bremser-Vorwurf mit Entschiedenheit zurück. Für den Vorsitzenden der CDU-Verbandsfraktion hat der parteilose Himmelsbach "sehr gute Arbeit geleistet, hat ausgleichend gewirkt und den Regionalverband nach vorne gebracht".

Als nach geheimer Wahl die Stimmen ausgezählt waren, ergab sich folgendes Bild: Von den 67 anwesenden Verbandsmitgliedern - sieben fehlten - stimmten 54 für Himmelsbach, zwölf für Waldbüßer. Die Verpflichtung von Himmelsbach in sein Amt nahm Renate Gassert (Wertheim), das an Lebensjahren älteste Verbandsmitglied, vor.

Stellvertreterwahl

In einer persönlichen Anmerkung nach seiner Wiederwahl sagte Himmelsbach: "Ich habe in den vergangenen fünf Jahren von Grünen und ÖDP nie ein Wort der Kritik an meinem Führungsstil gehört. Dann verwundert so eine Vorgehensweise schon."

Spannend war auch die Wahl der beiden Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden. Mit 50 Ja- und 14 NeinStimmen wurde als Erster Stellvertreter Günter Breitenbacher (SPD/Weikersheim) gewählt. In das Rennen um den Zweiten Stellvertreter gingen Harry Brunnet (FWV/FDP), Bürgermeister in Hardthausen, und Klemens Izsak (Freie), Bürgermeister in Schrozberg. Die geheime Wahl gewann Klemens Izsak mit 40 Stimmen. Für Harry Brunnet stimmten 27 Verbandsmitglieder. Die Stimmen für Izsak dürften vor allem von der CDU gekommen sein, die Wert darauf gelegt hatte, dass sich die gesamte Region in der Führungsspitze widerspiegelt.

Abschied

Die Schienenverkehrsanbindung, der neue Nahverkehrsvertrag mit dem Land, die Breitbandversorgung, die Siedlungsflächenentwicklung und die Metropolregion Stuttgart nannte Himmelsbach als die Herausforderungen für die kommenden fünf Jahre.

Den Regionalverband sieht er dabei gut aufgestellt: "Wir müssen den Verband als Plattform verstehen, auf der wir gemeinsame Positionen finden und diese auch vertreten." Aus der Verbandsversammlung ausgeschieden sind 30 Mitglieder (40 Prozent). Unter ihnen so bekannte Köpfe wie Erhard Klotz (Alt-OB Neckarsulm), Alt-Landrat Georg Denser (Main-Tauber-Kreis) und Jochen K. Kübler (Alt-OB Öhringen).


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