Erweiterung greift Kritikerern zu kurz

Region Heilbronn - Auf verhaltene Freude stößt der Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn (DB) in der Region Heilbronn. „Jede Verbesserung ist willkommen“, sagt Hubert Waldenberger, Sprecher des Landratsamtes Heilbronn. „Der große Wurf ist es aber nicht.“ Gemeint ist die Verbindung zwischen Heilbronn und Würzburg.

Von Wolfgang Müller

Erweiterung greift Kritikerern zu kurz
Auf der Strecke Lauda-Jagstfeld verkehren künftig auch moderne Züge. Außerdem fährt eine Regionalbahn morgens bis nach Heilbronn.Foto: Wolfgang Müller

Region Heilbronn - Auf verhaltene Freude stößt der Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn (DB) in der Region Heilbronn. „Jede Verbesserung ist willkommen“, sagt Hubert Waldenberger, Sprecher des Landratsamtes Heilbronn. „Der große Wurf ist es aber nicht.“

Gemeint ist die Verbindung zwischen Heilbronn und Würzburg. Auf der Frankenbahn erweitert die Nahverkehrsgesellschaft in Stuttgart, die die Fahrpläne in Baden-Württemberg erstellt, ab 14. Dezember das Angebot (unsere Zeitung berichtete). Profitieren werden in erster Linie Berufsschüler. Sie können mit der Regionalbahn 19869 aus Richtung Lauda künftig wieder am Sülmertor um 7.45 Uhr aussteigen. Drei Minuten später hält der Zug am Hauptbahnhof Heilbronn. Bisher war in Jagstfeld Endstation. „Wünschenswert wäre aus unserer Sicht aber ein Stundentakt in der Hauptverkehrszeit“, betont Waldenberger.

Dafür müsste das Land mehr Zug-Kilometer bei der Bahn bestellen - und bezahlen. Eine Forderung, die auch die Initiative 780 Frankenbahn seit über einem Jahr erhebt. „Die Nachbesserungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Hans-Martin Sauter, Sprecher der Initiative. Die künftige Verbindung sei weiterhin schlechter als vor dem Fahrplanwechsel vor einem Jahr. Die Frankenbahn bleibe abgehängt.

Unzufrieden zeigt sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic. „Es ist ein mühsames Tun von allen Seiten.“ Die Hiobsbotschaft, dass der Bahnhof Würzburg eine befahrenere Frankenbahn gar nicht bewältigen könne (wir berichteten), habe die Bemühungen um eine Belebung der Strecke zurückgeworfen. „Es gibt derzeit keine verlässlichen Daten“, so Juratovic. „Ich wundere mich aber schon, dass die Bahn hier nach Jahren plötzlich eine vollkommen neue Diskussion in den Raum stellt“, sagt der Politiker.

Immerhin: Auf der Strecke zwischen Lauda und Jagstfeld fahren künftig modernere und schnellere Züge als bisher. Laut Deutscher Bahn könnten so Fahrzeiten gewonnen und neue Anschlüsse erreicht werden. „Wieso das jetzt plötzlich möglich ist, kann ich mir nicht erklären“, sagt Hans-Martin Sauter, Sprecher der Initiative. Bisher sei man in dieser Frage abgespeist worden.

Die Verbesserungen auf der Strecke Würzburg-Heilbronn spare das Land an anderer Stelle ein, betont Norbert Kuhnle, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft. „Auf der Frankenbahn verschlechtert sich nichts.“ Die Stadt Neckarsulm sieht das anders. Ab Mitte nächsten Monats wird in der Audistadt nämlich der Halt des Regionalexpresses um 11.06 Uhr gestrichen. „Eigentlich war Neckarsulm ein nicht in Frage gestellter Systemhalt aller RE-Züge der Verbindung Stuttgart-Würzburg. Die Verlässlichkeit dieser Verbindung wird so geschmälert“, sagt Bernd Pfitzenmaier, Leiter des Ordnungsamtes. „Da bereits vor Jahren ein Halt gestrichen wurde, legt die Stadt darauf wert, dass nicht mit weiteren Taktlücken gerechnet werden muss“, so erklärte Pfitzenmaier.