Erste Adresse für Schlaganfall-Patienten

Heilbronn - Sozialministerin Monika Stolz weiht Klinik für Neurologie am Gesundbrunnen ein

Von Ulrike Bauer-Dörr

Heilbronn - Ein "Meilenstein in der Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region" − das ist für Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach die neue Klinik für Neurologie am Gesundbrunnen.

Die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz (CDU) sieht die räumlichen und technischen Bedingungen geschaffen, damit Patienten mit Schlaganfall und anderen neurologischen Erkrankungen künftig optimal versorgt werden können. Die neue SLK-Klinik wird zum Schlaganfallschwerpunkt für die gesamte Region Heilbronn-Franken mit über einer halben Million Einwohner. Eine kleinere Schlaganfall-Einheit ist noch fürs Plattenwald-Krankenhaus geplant, kündigte Ministerin Stolz an. Schlaganfall ist die in Deutschland zweithäufigste Todesursache.

Am Freitag wurde die jüngste "Tochter" in der großen SLK-Familie gebührend gefeiert. Zahlreiche Gäste beklatschten das symbolische Durchschneiden des roten Bands. Seit Ende Dezember schon werden Patienten vom 85 Mitarbeiter starken Team von Chefarzt Dr. Burckhardt Eppinger im Flachbau links vom Haupteingang behandelt.

Wie am Schnürchen

"Vor 20 Jahren sprachen wir erstmals über eine Umsiedlung vom damaligen Psychiatrischen Landeskrankenhaus in Weinsberg nach Heilbronn", erinnert sich Eppinger. Damals war die Zeit dafür noch nicht reif. Erst das Konjunkturprogramm zum Abfedern der Wirtschaftskrise brachte vor eineinhalb Jahren Bewegung in die Sache: Drei Millionen Euro stellte das Land für Neubau und Ausstattung zur Verfügung. 4,5 Millionen Euro mussten die SLK-Klinik selber bringen. "Wir sind sehr stolz, dass wir dazu in der Lage waren", sagt Michael Knüppel, kaufmännischer Direktor am Gesundbrunnen.

Auch beim Bau "lief alles wie am Schnürchen". Im Juli war Spatenstich. 58 Fertigbau-Module wurden im September binnen zweier Wochen zum Rohbau zusammengefügt. Danach wurden die monitorüberwachten Patientenzweibettzimmer eingerichtet, alle Diagnose-, Therapie- und Funktionsräume, alles technische Gerät installiert.

Früh- und Weiterbehandlung

In der Weinsberger Neurologie am Weissenhof wurden bisher 700 Schlaganfall-Patienten pro Jahr behandelt. Die kommen künftig im Gesundbrunnen dazu. "Wir bringen eine erprobte Schlaganfall-Frühbehandlung und eine effiziente Weiterbehandlung der Patienten mit", lenkte Chefarzt Eppinger den Blick auf die Stärken seines Teams. Auch MS-, Parkinson- und Epilepsie-Patienten werden am Gesundbrunnen diagnostiziert und therapiert. Mitgekommen von Weinsberg ist die Spezialambulanz für Botulinum-Vergiftungen.

Für die Zukunft wünscht sich Eppinger ein Hirn-Katheter-Labor am Gesundbrunnen. Zu erwarten seien zudem deutliche medizinische Fortschritte bei der Behandlung von Hirntumoren. Und bei der Therapie von Multipler Sklerose und Parkinson erwartet er "eine neue Ära".