Ein neues geistliches Zentrum

Bad Wimpfen - Präsident des Malteser Hilfsdienstes Deutschland informiert über den Orden

Von Herbert Kaletta

Ein neues geistliches Zentrum
Der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Johannes Freiherr zu Heereman (Mitte) im Gespräch mit seinem Bruder Abt Franziskus und Hans Hambücher.Foto: Ralf Seidel

Bad Wimpfen - Traditionsreicher Orden und moderne Hilfsorganisation mit 300 000 Erste-Hilfe-Ausbildungen und 700 000 Krankentransporten pro Jahr. Das sind die Malteser. Ihr Leitspruch: „Bezeugung des Glaubens und Hilfe für die Bedürftigen.“ Dies geschieht an 700 Orten in Deutschland. Seit 2008 ist der Orden auch in Wimpfens Kloster aktiv.

Zum einen mit der Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes. Zum anderen führt der Orden durch die Malteser-Werke das Kloster als Exerzitienhaus. Über das Tun des Ordens und seine Absichten in Bad Wimpfen informierte jetzt der Präsident des Malteser Hilfsdienstes Deutschland, Johannes Freiherr zu Heereman von Zuydtwyck, beim zwölften Klostergespräch.

In Renovierungsarbeiten hat der Orden bislang 500 000 Euro investiert. Die Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes nicht mitgerechnet, arbeiten schon zehn Leute im Kloster, das zum „geistlichen Zentrum“ entwickelt werden soll. Für alle Menschen. Ob sie Antwort auf religiöse Fragen suchen oder nur ein paar Tage Besinnung.

Wandel

Der Wandel löst Fragen bei den Wimpfenern aus. Man will sie „mitnehmen“ in dem Prozess. Will doch Pia Hirsiger, wie sie jüngst sagte, „das Kloster enger mit dem Ort vernetzen“. Die Theologin ist Leiterin des geistlichen Zentrums, baut gemeinsam mit dem Benediktinerpater Jean-Marie Frey, dem „Priester des Klosters“, wie er sagt, das Zentrum auf. Dr. Franziskus Eisenbach, seither Leiter, wird nur noch Stadtpfarrer sein.

Ein neues geistliches Zentrum
Ob im Kreuzgang oder an anderer Stelle: Gerüste zeugen von den laufenden Sanierungs- und Ausbauarbeiten im Kloster.Foto: Archiv/Klöppel

Der Übergang vom Benediktinerkloster - der letzte Mönch, Pater Paulus Schmidt, ist 2008 in ein Kloster nach Ungarn gezogen - musste bewältigt werden. Der Vorsitzende des Fördervereins des Klosters, Hans Hambücher, ist froh über das Engagement der Malteser. Denn Vereinsziel war neben dem baulichen Erhalt des historischen Juwels stets auch das Aktivieren geistlichen Lebens. „Backsteine können keine Werte vermitteln“, sagt er und hat sich „nicht vorstellen können, dass alles schon so weit sein wird“.

Impuls

Für die Malteser ist Bad Wimpfen ein „ganz besonderer Ort“. Und durch die Beziehungen der schlesischen Malteser-Ritter zu den schlesischen Benediktinermönchen aus Grüssau, die das Kloster nach dem Krieg bezogen, lange vertraut. Das künftige, geistliche Zentrum steht für Freiherr zu Heereman auch für den Wunsch nach spiritueller Belebung: „Wir in Deutschland organisieren die besten Hilfswerke der Welt, haben die meisten Spenden und doch wirken wir auf nichtgläubige Mitmenschen wie ein erloschener Vulkan.“ Es fehle die Liebe, die Selbstlosigkeit, die „Rückbesinnung auf das Wesentliche“.