Drei getötete US-Soldaten sollen unvergessen sein

Heilbronn - Die Veteranenorganisation der US-Armee hält 26 Jahre nach dem Pershing-Unglück am 11. Januar 1985 auf der Heilbronner Waldheide, bei dem die Soldaten getötet wurden, an der Gedenkveranstaltung fest.

Von Bärbel Kistner

Drei getötete US-Soldaten sollen unvergessen sein
Vor 20 Jahren zog die US-Armee von der Waldheide ab. Für die Zeremonie beim Pershing-Gedenkstein kommen Armeeveteranen alljährlich zurück.Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - "Wir tun es für die drei Soldaten", sagt Commander Darrel Shannon, Vorsitzender der American Legion in der Region. Die Veteranenorganisation der US-Armee hält 26 Jahre nach dem Pershing-Unglück am 11. Januar 1985 auf der Heilbronner Waldheide, bei dem die Soldaten getötet wurden, an der Gedenkveranstaltung fest.

Darrel Shannon war zu dieser Zeit in Fort Redleg, wie der US-Standort auf der Waldheide genannt wurde, stationiert. "An das Unglück zu gedenken, bedeutet viel für mich." Zum ersten Mal steht eine Tafel mit Fotos zweier der Getöteten am Ort der Zeremonie, zum ersten Mal ertönt "Amazing Grace" live von einem Dudelsackspieler zum Aufmarsch der Fahnen. Bundeswehrreservisten sind dabei, ebenso Vertreter von Polizei und Feuerwehr. Den Oberbürgermeister habe man natürlich eingeladen, doch aus dem Heilbronner Rathaus ist keiner gekommen.

Bestürzung

Es ist ein kleines Grüppchen, das unter einem provisorischen Zeltdach Zuflucht vor dem Nieselregen sucht. Und das den Erinnerungen von Darrel Shannon an jenen Januartag folgt, der weltweit Schlagzeilen machte und der in Heilbronn größte Bestürzung auslöste. Die drei Soldaten waren bei einer Übung ums Leben gekommen, bei der sich der Motor einer Pershing-II-Rakete entzündet hatte. Auch wenn die Rakete nicht mit einem Sprengkopf bestückt war, wurde klar: Auf der Waldheide waren Atomraketen gelagert.

Die Gedenkstunde der Amerikaner ist für kaum einen Bürger Anlass, auf die Waldheide zu kommen. Der Heilbronner Ernst Ott bedauert es, dass der Termin nicht bekannter ist und dass "nur wenige Leute überhaupt wissen, dass etwas stattfindet". Er erinnert sich noch gut an das Geschehen: "Mich hat der Unfall damals sehr schockiert." Die Mehrheit habe nicht gewusst, was auf der Waldheide an Militär stationiert gewesen sei. Obwohl über ein Viertel Jahrhundert vergangen sei, gehöre der Tag ins Bewusstsein der Bevölkerung: "Man darf die Vergangenheit nicht vergessen."

Trostlos

Auch wenn die Veteranen am Gedenkstein einen Kranz niederlegen, macht die Stätte einen trostlosen Eindruck: Es gibt eine Schale mit vertrockneten Blumen, ein Grablicht und Reste einer Schleife zum 11. September 2001.

Commander Shannon verbindet mit dem Gedenken an das Unglück von 1985 anderes als viele Heilbronner Friedensbewegte: "Ohne Pershing-II-Raketen hätte man die Russen nicht bremsen können."