„Die ersten 20 Tage Zeit lassen“

Neckarsulm - Dynamik war an diesem Abend ein häufig gebrauchter Begriff für die Auto-Stadt. Dynamisch ging auch die feierliche Einsetzung von Joachim Scholz vonstatten. In gut einer Stunde waren Reden gehalten und der Amtseid geschworen.

Von Herbert Kaletta

Neckarsulms neue „First Family“: Joachim Scholz mit Ehefrau Birgit und den Söhnen Ben (links) und Henry hatten in der Ballei viele Hände zu schütteln, denn über 1100 Besucher kamen zur Amtseinsetzung des neuen OB.Fotos: Guido Sawatzki

Neckarsulm - Dynamik war an diesem Abend ein häufig gebrauchter Begriff für die Auto-Stadt. Dynamisch ging auch die feierliche Einsetzung von Joachim Scholz vonstatten. In gut einer Stunde waren Reden gehalten und der Amtseid geschworen. Ein Großteil der 1100 neugierigen Neckarsulmer und auswärtigen Gäste blieben in der Ballei und hatten Zeit, untereinander oder mit ihrem neuen Oberbürgermeister locker ins Gespräch zu kommen.

„Natürlich werde ich halten, was ich versprochen habe“, beantwortete der frischgebackene OB die von ihm selbst gestellte, wichtigste Wählerfrage - „sie müssen mir nur noch die ersten 20 Tage Zeit“ lassen, scherzte das sich gerade einarbeitende, neue Stadtoberhaupt. „Wir werden uns gut für die Zukunft aufstellen“, versprach Scholz „überwältigt vom tollen Empfang.“

Erster von vier Rednern: Baubürgermeister Klaus Grabbe, im Wahlkampf unterlegener Konkurrent. Beide, so der Eindruck des Abends, setzen auf Kooperation. Und Stadtrat Herbert Emerich bekräftigte in seiner Rede für den Gemeinderat, aber auch als Appell an die Bevölkerung: „Der Wahlkampf ist spätestens seit heute vorbei. Nur Zusammenarbeit führt zum Erfolgsziel, das Wohl unserer Stadt zu fördern.“

Amtseid: Regierungspräsident Johannes Schmalzl (li.) und Joachim Scholz.

„Sie führen eine dynamische Ausnahmestadt von hoher Lebensqualität“, hatte zuvor Klaus Grabbe gesagt und Scholz sowohl eine glückliche Hand gewünscht, als auch die Loyalität der Rathausbeschäftigten zugesichert: „Die Führungsmannschaft ist hochmotiviert, mit ihnen auf der Straße des Erfolgs zu bleiben.“ Das sieht Scholz ebenso: „Ich bin froh, eine sehr gut geführte Verwaltung und eine hervorragende und motivierte Rathausmannschaft übernehmen zu dürfen“, hatte der neue OB auf die „freundlichen und kollegialen Worte“ Grabbes geantwortet.

Regierungspräsident Johannes Schmalzl vereidigte Joachim Scholz und ist sicher, dass der genug Rüstzeug für die neue Position besitzt. Er habe in Steinheim als Bürgermeister „dynamisch, kompetent und mit Leidenschaft gewirkt“. Ihm und der „wirtschaftsstarken und liebenswerten Stadt Neckarsulm“ wünsche er eine gute Entwicklung.

„Wir sind überzeugt, einen guten Mann an der Spitze zu haben“, sagte Stadtrat Herbert Emerich. Scholz erwarte „breite konstruktive Unterstützung“. Dessen ausgeprägte Eigenschaft, die Menschen mitzunehmen, stärke die Hoffnung, dass er die Stadt auf Erfolgskurs halten werde. Die Aufforderung, Scholz und seine Familie mögen schnell Wurzeln schlagen, untermauerte er mit einem Apfelbaum als Geschenk, „das schnell gepflanzt werden will“.

Eine weitere Gabe hatte der Heilbronner OB Helmut Himmelsbach parat: Ein Trikot mit der Nummer 311, dem Datum des Einsetzungstages, für den Trollinger-Marathon.

„Ich will hier keine Regierungserklärung abgeben“, erklärte Scholz, doch zwei Schwerpunkte wurden deutlich, die auch Emerich angesprochen hatte. Gerade in turbulenten Zeiten werde er sich noch stärker um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Unternehmen kümmern. Und er will „noch intensiver als bisher“ Investitionen in Bildung und Erziehung und soziale Aspekte setzen. Lang anhaltenden Beifall bekam am Schluss nicht nur der neue OB, sondern auch das Schlagzeugensemble der städtischen Musikschule für die flotten, rhythmischen Zwischenspiele.