»Die Stadt hat durch Blust gewonnen«

Neckarsulm - Über 1000 Gäste verabschiedeten sich am Freitagabend von Volker Blust. 16 Jahre lang stand er als Oberbürgermeister an der Spitze der Großen Kreisstadt. Viele Redner - umrahmt von Vorträgen der Musikschule - würdigten die wirtschaftliche Entwicklung der Kommune und Blusts Persönlichkeit. Dem 63-Jährigen wurde als Anerkennung seiner Leistung die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Von Reto Bosch

»Ich verabschiede mich vom Amt, aber nicht von der Stadt.«

Volker Blust

Neckarsulm - Über 1000 Gäste verabschiedeten sich am Freitagabend von Volker Blust. 16 Jahre lang stand er als Oberbürgermeister an der Spitze der Großen Kreisstadt. Viele Redner - umrahmt von Vorträgen der Musikschule - würdigten die wirtschaftliche Entwicklung der Kommune und Blusts Persönlichkeit. Dem 63-Jährigen wurde als Anerkennung seiner Leistung die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Stadtentwicklung

»Die Stadt steht gut da«, sagte Volker Blust beim Festakt in der Ballei. Er bezeichnete die Ehrenbürgerwürde als große Auszeichnung. Die Entwicklung der Kommune sei aber nicht allein sein Verdienst. Große Bedeutung hätten zum Beispiel der kooperative Gemeinderat und die hervorragende Arbeit von Bürgermeister Klaus Grabbe gehabt. Den Bürgern versprach der scheidende OB: »Ich verabschiede mich vom Amt, aber nicht von der Stadt.«

Der stellvertretende Bürgermeister und Stadtrat Herbert Emerich erinnerte in seiner Rede an die schwierigen ersten OB-Jahre von Volker Blust: sinkende Gewerbesteuereinnahmen, Strukturprobleme in der Automobilindustrie. »Krisenmanagement hieß das Gebot der Stunde. Ohne Rücksicht darauf, dass Sie sich damit gleich von Anfang an unbeliebt machen könnten.« Blust habe die Krise als Chance genutzt, Neckarsulm für die Zukunft fit zumachen. Heute sei die Abhängigkeit vom Automobilbau viel geringer.

Neben seinem kommunalpolitischen Wirken würdigte Emerich auch den Menschen Blust und bescheinigte ihm eine »unkomplizierte und offene Art, gepaart mit einer heiteren Grundeinstellung und dem Streben, stets nahe bei den Menschen zu sein.« Der 63-Jährige habe immer um den Wert der Vereine gewusst. Das bestätigte auch Siegfried Schwientek vom Kultur- und Bildungsausschuss: »Bei Ihren Besuchen spürte man, wie wichtig Ihnen die Vereine sind.« Das gute Verhältnis des scheidenden OB zu seinen über 800 Mitarbeitern betonte die Personalratsvorsitzende Doris Schlund. »Hoffentlich bekommen Sie das zurück, was Sie der Stadt gegeben haben.« Klaus Grabbe sieht es ähnlich: »Die Stadt hat durch Volker Blust gewonnen.«

Regierungspräsident Johannes Schmalzl erklärte, dass Volker Blust »maßgeblich dazu beigetragen habe, Neckarsulm zu der attraktiven und aufsteigenden Stadt zu machen, die sie heute ist.« In den Jahren seiner Amtszeit seien 165 Millionen Euro in Einrichtungen für die Bürgerschaft investiert worden.

Finanzkraft

Möglich war dies durch die starke Finanzkraft, die hohe Gewerbesteuereinnahmen der Stadt bescherten - und von der der gesamte Landkreis Heilbronn profitiert. Neckarsulm sei nicht nur die größte Stadt im Kreis, sondern diejenige mit der stärksten Motorfunktion für die Region und habe wichtige Projekte großzügig unterstützt, sagte Landrat Detlef Piepenburg: »Über 180 Millionen Euro Kreisumlage hat die Stadt in den vergangenen 16 Jahren bezahlt. Aber hat man öffentliches Gezeter deswegen gehört? Ich kann mich nicht erinnern.« Neben Piepenburg lobte auch Audi-Werkleiter Jürgen Lunemann die gute Zusammenarbeit. Dadurch seien Projekte schnell zu verwirklichen gewesen. Neckarsulm sei eine dynamische Stadt. Und daran habe Volker Blust großen Anteil.