Die Linke will in den Kreistag

Parteiversammlung nominiert Kandidaten für alle elf Wahlbezirke

Von Herbert Kaletta

Geltende Regeln auf den Kopf gestellt

Neckarsulm - Stolz präsentierte Johannes Müllerschön vom Kreisvorstand der Partei Die Linke bei der Nominierungsversammlung zur Heilbronner Kreistagswahl in der Neckarsulmer Ballei das 103. Mitglied. „Der Aufwärtstrend wird sich fortsetzen“, ist Vorstandskollege Volker Bohn sicher. Vor Jahresfrist waren sie noch 50 Personen.

Dass es gelungen ist, die volle Mandatszahl von insgesamt 66 Kandidaten für die elf Wahlbezirke aufzustellen, zeigt laut Müllerschön „dass die Linke in der Kommunalpolitik und damit vor Ort angekommen ist“. In unterschiedlicher Stärke. Bislang hat die Partei drei „Ortsvereine“: Unteres Kocher- und Jagsttal, Weinsberger Tal und Zabergäu. Stellt man im Wahlbezirk Brackenheim nur Kandidaten, die auch dort wohnen, so kommen beispielsweise im Bezirk Ilsfeld diese aus anderen Orten. Das ist legitim, sie müssen nur Kreisbewohner sein. Auch die Linke nutzt, wie viele kleinere Parteien, die Chance, dass jede Person in zwei der elf Wahlbezirke antreten kann. So sind die 66 Kandidaten real nur 35 verschiedene Personen, ein Viertel davon Frauen. Das Alter reicht von 20 bis 75, im Schnitt sind es 46,3 Jahre. Die Sozialstruktur ist gemischt, sechs Personen haben Migrationshintergrund, eine Kandidatin ist Französin.

Die Partei ist optimistisch, am 7. Juni einige Kandidaten in den Kreistag zu bringen und will dort „das soziale Gewissen sein“: Klar auf Gegenkurs zu Privatisierungen, achtsam gegenüber möglichen Abbau-Trends im Sozialbereich. Für Senkung der Verkehrsbelastung und für besseren öffentlichen Personenverkehr. Müllerschön verspricht aber: „Wir werden keine Fundamentalopposition betreiben.“ (Wir veröffentlichen die Kandidatenlisten für die Wahlbezirke in den nächsten Tagen in den jeweiligen Lokalausgaben).