Das war 2007: Der Tag, an dem die Welt stillsteht

Heilbronn - Von Wirtschaftskrise keine Rede. Nicht Umsatzeinbrüche und Kurzarbeit bestimmen die Schlagzeilen. Ein anderes Ereignis hält die Region in Atem: Es ist der 25. April 2007, ein sonniger, frühlingshafter Tag, als der Polizistin Michéle Kiesewetter und einem Kollegen bei der Mittagspause auf der Theresienwiese in Heilbronn in den Kopf geschossen wird.

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Der Heilbronner Polizistenmord bewegt Menschen in der gesamten Bundesrepublik. Noch ahnt niemand, welche Wendungen die Sache nehmen wird.Foto: Archiv/Seidel
Heilbronn - Von Wirtschaftskrise keine Rede. Nicht Umsatzeinbrüche, Kurzarbeit und Massenentlassungswellen bestimmen die Schlagzeilen. Ein anderes Ereignis hält die Region in Atem: Es ist der 25. April 2007, ein sonniger, frühlingshafter Tag, als der Polizistin Michéle Kiesewetter und einem Kollegen bei der Mittagspause auf der Theresienwiese in Heilbronn in den Kopf geschossen wird. Die junge Frau stirbt. Großfahndungen starten, der Verkehr wird abgeriegelt. Am Tatort stellen Ermittler mithilfe von Wattestäbchen Genspuren sicher.

Der Tag, an dem die Welt stillsteht
Protestgrund eins: geplante Kürzungen bei der Frankenbahn.Fotos: Archiv/Veigel
In der Folge geistert das "Phantom von Heilbronn" durch die Republik. Immer neue Straftaten werden einer unbekannten Frau mit osteuropäischem Hintergrund zugeordnet. Nach zwei Jahren steht fest: Die Spuren stammen von einer Frau, die in der Produktion eines Wattestäbchenherstellers arbeitet, nicht von einer möglichen Täterin. Die Ermittlungsbeamten verlieren ihre wichtigste Spur. Was am 25. April 2007 wirklich passierte, bleibt ungeklärt.

Der Tag, an dem die Welt stillsteht
Protestgrund zwei: Lkw-Verkehr in den Innenstädten, wie hier in Böckingen.
Weniger Bewegung gibt es auf anderen Gebieten. Die Proteste gegen Mautpreller etwa sind weiter aktuell. 2007 starten Initiativen gegen Verkehrslärm und Abgasprobleme. Das Regierungspräsidium ordnet auf der B 293 in Böckingen ein Nachtfahrverbot für Lkw über zwölf Tonnen an, Kirchhausen bekommt Tempo 30. Ob auch die gewünschte Umgehungsstraße folgt, steht aber auch heute noch in den Sternen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, legen im September 2009 Bürgerinitiativen aus Kirchhausen, Bad Friedrichshall, Offenau und Bad Wimpfen in einer konzertierten Aktion den Verkehr auf der B 27 zeitweise lahm. Die Protestler haben Erfolg - für einen kurzen Augenblick.

Auf eine nachhaltige Lösung ihres Problems müssen derweil auch die Passagiere der Frankenbahn warten. Den Protesten gegen Kürzungen im Jahr 2007 folgt 2009 immerhin die Veröffentlichung einer Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung des Streckenabschnitts. Nach wie vor gehören Zugverspätungen jedoch zum Alltag.

Wendungen

Das Thema ist also brandaktuell. Wie überhaupt die großen Schlagzeilen und Geschichten des Jahres 2007 weiterhin in Erinnerung bleiben. Manche Wendung kam unerwartet und plötzlich. Die Situation hat sich geändert. Bis die Fälle zu den Akten gelegt werden können, dürfte aber noch einige Zeit vergehen.