Betrieb bei KW Weinsberg läuft weiter

Weinsberg - Am Mittwoch war er noch nur Gutachter, inzwischen ist der Heilbronner Rechtsanwalt Gerhard Tonhäuser zum starken vorläufigen Insolvenzverwalter der Automobilzulieferers KW Weinsberg bestellt worden. „Der Betrieb läuft im Moment ohne Einschränkungen weiter“, sagt er.

Weinsberg - Am Mittwoch war er noch nur Gutachter, inzwischen ist der Heilbronner Rechtsanwalt Gerhard Tonhäuser zum starken vorläufigen Insolvenzverwalter der Automobilzulieferers KW Weinsberg bestellt worden. „Der Betrieb läuft im Moment ohne Einschränkungen weiter“, sagt er.

Über einen Massekredit habe er die notwendige Liquidität für den Fortbetrieb erhalten. Tonhäuser wiederspricht damit einer Aussage der Surikate AG, zu der die KW Weinsberg gehört. In einer Börsen-Pflichtmitteilung hatte das Unternehmen geschrieben, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder der Aufsichtsrat noch der Vorstand eine Möglichkeit sehe den Geschäftsbetrieb „erfolgreich fortzuführen“.

Einen genauen Überblick über die wirtschaftliche Lage hat Tonhäuser derzeit zwar noch nicht. Ein Auftrag für den in Genf vorgestellten Fiat 500 C mit Stoffdach, dessen Produktion gerade erst angelaufen ist, wird jedenfalls auf absehbare Zeit dafür sorgen, dass der Geschäftsbetrieb bestehen bleibt. Laut Tonhäuser hätten Kunden im gegenüber bereits weitere Aufträge in Aussicht gestellt.

In der Surikate-Mitteilung war der vom Insolvenzantrag vom Mittwoch mit einem Umsatzrückgang von mehr als 60 Prozent im Januar begründet worden. Die Insolvenz des KW-Großkunden Edscha haben zudem zu einer Verschärfung der bereits angespannten Lage geführt.

Die Belegschaft des 1912 gegründeten Weinsberger Traditionsunternehmens, soll bei einer Betriebsversammlung am Dienstag vom vorläufigen Insolvenzverwalter ausführlich über die Lage informiert werden. Bis zum Einstieg der Surikate AG im Sommer 2005 war die KW Weinsberg schon einmal über drei Jahre in der Insolvenz weitergeführt worden war. mfd