Bekenntnis zu allen vier Häusern

Kreistag sieht die Stadt-Landkreis-Kliniken auf dem richtigen Weg

Von Reto Bosch

Nordheim/heilbronn - Es wird erwartet, dass alle Standorte zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen." Diese Formulierung im neuen Unternehmenskonzept der Stadt-Landkreis-Kliniken (SLK) hatte Mitglieder des Brackenheimer Fördervereins aufgeschreckt. Die Kreistagsfraktionen sendeten in der Sitzung in Nordheim aber klare Signale. Tenor: Auch der defizitäre Standort Brackenheim ist auf einem guten Weg. Stimmen, die die Struktur mit vier Häusern in Frage stellen, waren nicht zu hören. Das Gesamtergebnis des Klinikverbunds wurde positiv beurteilt.

Diskussion Grünen-Kreisrat Jürgen Winkler setzt sich seit einiger Zeit für das Krankenhaus in Brackenheim ein. Nach der Diskussion sagte er: "Die Reden haben mich beruhigt." Auch Zuhörerin Friederike Wilhelm, Mitglied im Förderverein, war mit dem Verlauf der Sitzung zufrieden. Landrat Detlef Piepenburg sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Weg weitergehen können." Zuvor hatte Claus Brechter (CDU) mit Blick auf die kleinen Häuser von "vielversprechenden Ansätzen" gesprochen. Die neuen Angebote in Brackenheim, wie zum Beispiel die Konservative Orthopädie, ließen günstigere Zahlen erwarten. Insgesamt urteilte er: "Die Richtung stimmt."

Timo Wolf legte für die FWV/FDP-Fraktion ein Bekenntnis zu allen vier Standorten ab. Er wies aber auch darauf hin, dass jeder, der die vier Häuser erhalten will, die Wirtschaftlichkeit beachten müsse. "Wir stehen hinter dem Unternehmenskonzept und der Forderung, dass jedes Haus ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen sollte." Das sei ein wichtiges Ziel, allerdings werde kein Schließungsautomatismus ausgelöst, wenn dieses verfehlt wird. Timo Wolf glaubt, dass alle Standorte auf einem "guten und spannenden Weg sind".

"Das ist ein hervorragendes Ergebnis, es wurde ausgezeichnet gewirtschaftet", sagte Brigitte Wolf (Grüne). Seit Dr. Thomas Jendges die Geschäftsführung übernommen habe, herrsche wieder Kontinuität. Wolf forderte, die Mitarbeiter nicht noch weiter zu belasten. "Ist das Rechnungsergebnis noch steigerbar? Können noch mehr Patienten behandelt werden, obwohl die Kapazitäten erschöpft sind?" Die Kreisrätin bezweifelt, dass diese Erwartungen zu erfüllen sind. Entscheidend sei die Patientenzufriedenheit − ein Punkt, den auch die ÖDP ansprach. Deshalb müssten mehr Stellen geschaffen werden.

Pflichten Dr. Peter Trunzer (SPD) hielt eine nachdenkliche Rede. "Es geht ums Geld, wo es um Solidarität gehen sollte." Die Gesundheitspolitik sei zu stark auf Wirtschaftlichkeit fokussiert. Die Arbeit eines Krankenhauses basiere vor allem auf tausendfachen menschlichen Begegnungen. Die SLK-Häuser erfüllten viele Pflichten und wenig lukrative Aufgaben. Vor diesem Hintergrund sei das Ergebnis 2010 sehr positiv zu bewerten. Johannes Müllerschön (Linke) kritisierte, dass in der Beschlussvorlage des Kreistags die Zahl der Mitarbeiter nicht genannt war. "Das finde ich schäbig." Kommentar "Nervosität"