„Aquatoll ist das Aushängeschild der Stadt“

Neckarsulm - Die Panoramasauna entwickelt sich zum Highlight, der Pro-Kopf-Umsatz im Restaurant steigt, sagt Hans-Heinrich Blöcker. Jetzt übernimmt er langfristig die Werkleitung des Aquatolls Neckarsulm. Heike Kinkopf hat mit ihm über seine Ziele gesprochen.

„Aquatoll ist das Aushängeschild der Stadt“
Das Erlebnisbad mit Sauna lockt jährlich über 400 000 Besucher an. Eine Konzeption wird die zukünftige Entwicklung beleuchten.Fotos: Archiv/Kinkopf, Guido Sawatzki
Neckarsulm - Die Panoramasauna entwickelt sich zum Highlight, der Pro-Kopf-Umsatz im Restaurant steigt, sagt Hans-Heinrich Blöcker. Jetzt übernimmt er langfristig die Werkleitung des Aquatolls Neckarsulm. Heike Kinkopf hat mit ihm über seine Ziele gesprochen.


Herr Blöcker, aus der Interimslösung wird eine dauerhafte Beziehung. Warum machen Sie weiter?

Hans-Heinrich Blöcker
: Mir macht der Job im Aquatoll Spaß. Ich bin nicht nur Dienstleister. Ich bin bereit, mich persönlich zu engagieren. Mein Vorteil ist, dass mit Calypso GmbH Fachleute im Hintergrund stehen, mit denen ich mich austausche und die der Stadt als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Sie übernehmen für die nächsten drei Jahre Aquatoll-Werkleitung und Geschäftsführung des Restaurants, gab es keine anderen Interessenten?

Blöcker: Doch. Die Stelle war zum 1. Juli ausgeschrieben. Es haben sich auch geeignete Kandidaten beworben, die im Werkausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurden. Man muss aber sehen: Eine neue Werkleitung hätte bei Null angefangen. Wir hatten vorgeschlagen, sie in den ersten Monaten zu begleiten. Die Vertreter des Gemeinderats und der OB baten uns, ebenfalls ein Angebot einzureichen, da wir in den vergangenen Monaten mit unserer Leistung überzeugen konnten.

Sie haben Anfang des Jahres eine Gästebefragung vorgenommen. Wie war die Beteiligung?

„Aquatoll ist das Aushängeschild der Stadt“ Blöcker: Sehr gut. 252 Besucher haben sich in drei Wochen beteiligt. Viele Gäste zeigten sich überrascht, dass sie eingebunden werden. Ein großes Thema dabei war ja der Damensauna-Tag. Es gibt Befürworter - es gibt aber auch massive Gegner. Wir werden nun bis zum Herbst abwarten, wie sich das Besucherverhalten entwickelt.

Wie viele Gäste besuchen denn die Panoramasauna?

Blöcker: Wir zählen zwischen 250 und 300 Gäste am Tag in der gemischten Sauna. Der Frauenanteil liegt bei 30 Prozent. Das ist üblich. Wir versuchen nun, sie stärker einzubinden, indem wir zum Beispiel verstärkt Paare ansprechen.

Sind Sie mit der Resonanz auf die neue Saunalandschaft zufrieden?

Blöcker: Sie hat sich in den Wintermonaten als Highlight entwickelt, der Blick übers Sulmtal ist schön. Aber es kristallisierten sich auch Kritikpunkte heraus: Die Wildwasserrutsche des Bads befindet sich nah an der neuen Sauna. Geräusche und Sichtkontakt stören. Jetzt werden wir mit Sichtschutzwänden das Bilckfeld einengen. Stiefmütterlich behandelt wurden auch die Dusch- und WC-Anlagen. Für 50 Saunaplätze stehen nur zwei neue Duschen zur Verfügung.

Wollen Sie neue bauen?

Blöcker: Nein, aber unser Personal ist sensibilisiert, die Gäste auf die weiteren Duschmöglichkeiten im Haus hinzuweisen. Es zahlt sich aus, dass wir das Personal in der Sauna nachmittags auf zwei Mitarbeiter aufgestockt haben. Davon abgesehen gilt: Das Aquatoll muss sich stetig weiterentwickeln. Das heißt, der Eigenbetrieb muss stetig investieren, um die Attraktivität des Bads und der Sauna kontinuierlich zu steigern. Im Mai, Juni werden wir dem Werkausschuss eine Konzeption vorlegen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt.

Bleiben wir in der Gegenwart: Wie steht es denn ums Restaurant?

Blöcker: Gut. Wir haben das Angebot leicht verändert und einen Mittagstisch eingeführt, der sehr gut angenommen wird. Gestiegen ist der Pro-Kopf-Umsatz um 13 Cent. Das hört sich wenig an. Aber in einem Monat bedeutet dies zwischen 8000 und 10.000 Euro mehr Umsatz. Kurzum: Wir haben die Qualität des gastronomischen Angebots angehoben, die Erlöse steigen, und die Kosten haben wir im Griff.

Als Sie im Herbst die Werkleitung übernommen haben, nannten Sie als eine der dringlichsten Aufgaben, Ruhe ins Personal zu bringen.

Blöcker: Für mich ist das ein wichtiger Punkt, mich hier auch weiterhin persönlich einzubringen. Es ist schön, dass die Kollegen mitziehen und die Erwartungen erfüllen. Dies gilt auch für das Freibad in Obereisesheim, wo wir vom 25. April an mit neuer Mannschaft antreten.

Ein Blick in die Zukunft: Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren ist der Grundstein fürs Aquatoll gelegt worden. Nächstes Jahr feiert die Einrichtung das 20- jährige Bestehen.

Blöcker: Das Aquatoll ist das Aushängeschild der Stadt Neckarsulm. 8,5 Millionen Menschen haben es bisher besucht. Mitte 2010 werden wir voraussichtlich den neunmillionsten Gast begrüßen. Das 20-jährige Bestehen werden wir nächstes Jahr mit einem extra Aktionsprogramm feiern.