Ärger über ständige Verspätung

Stadtbahnkunden klagen über fehlende Information an den Bahnsteigen

Von Sara Furtwängler

Ärger über ständige Verspätung
Wann kommt sie endlich? Sabine Götz schaut genervt auf ihre Armbanduhr. Schon wieder hat die Stadtbahn Verspätung. Foto: Dennis Mugler

Stadtbahnkunden Klagen - Da beeilt man sich, um bei der Arbeit pünktlich loszukommen, und dann steht man am Bahnsteig und wartet." Ständig geht es Peter Mävers so, der täglich mit der Stadtbahnlinie S 4 zwischen Bitzfeld und seiner Arbeitsstelle bei der Kreissparkasse Heilbronn hin- und herpendelt. An diesem Tag hätte der Zug schon vor fünf Minuten abfahren sollen, doch noch ist die S4 nach Öhringen nicht in Sicht. "Um diese Zeit hat sie regelmäßig Verspätung", sagt der 46-Jährige.

Durchsagen An der Haltestelle Harmonie treten Pendler unruhig von einem Fuß auf den anderen und blicken immer wieder auf die digitale Anzeigentafel, auf der die Restzeit bis zur Abfahrt angegeben ist. Inzwischen ist die Bahn sieben Minuten zu spät. Die Tafel zeigt: Noch drei Minuten. Doch dann klettern die Minuten nach oben, anstatt abzulaufen. "So geht das hier dauernd", sagt ein 59-jähriger Eschenauer. "Meine Kollegin aus Sülzbach fährt inzwischen wieder mit dem Auto." Besonders ärgert ihn, dass nicht informiert wird. "Man steht hier und wartet und weiß nicht wie lange noch." Acht bis zehn Minuten seien um diese Uhrzeit ganz normal, oft sei es noch mehr. "Sehen, sie", sagt er und zeigt auf die digitale Tafel: "Jetzt ist die Zeit schon wieder nach oben gesprungen." Schließlich kommt die Bahn und fährt um 17.38 Uhr − 15 Minuten zu spät − nach Öhringen.

Ursula Bopp sitzt schon seit Leingarten im Zug. Einmal die Woche fährt sie mit der S 4 nach Willsbach. Sie sagt: "Der Zug hat grundsätzlich Verspätung." 20 Minuten seien keine Seltenheit. In Leingarten gebe es keine Anzeigetafeln und nicht immer würde dort eine Lautsprecherdurchsage gemacht.

Bei der Albtalverkehrsgesellschaft bestätigt man: Ja, es komme zwischen 16 und 18 Uhr in Richtung Öhringen zu auffälligen Verspätungen. Mehr als fünf Minuten und auch mal 15. Der Grund: eine Baustelle bei Karlsruhe. Dort bestehe bis zum 11. September ein Schienenersatzverkehr, das verursache zusätzliche Verspätungen.

In Bezug auf den generellen Verzug zur Feierabendzeit verweist Eisenbahnbetriebsleiter Reinhard Rothfuß auf die zwischen Eppingen und Heilbronn teilweise eingleisige Strecke: "Hier warten pünktliche Züge im Kreuzungsbereich wegen verspäteter Bahnen auf eine freie Strecke." Wenn eine Störung passiert, ziehe die sich manchmal durch große Teile des Fahrplans. Er gesteht jedoch ein: "Mittelfristig müssen wir an den Fahrplan ran und sehen, dass er planmäßiger läuft." Zur Kundeninformation sagt Rothfuß: "Im Normalfall werden Verspätungen über Lautsprecher bekannt gegeben." Warum das nicht zuverlässig geschieht? Manchmal komme der Fahrdienstleiter wegen der enormen Koordinationsarbeit nicht dazu. Die Mitarbeiter, die während der Hauptverkehrszeit zu zweit in der Leitstelle sitzen, müssten den Verkehr regeln, Signale stellen und sich um die Fahrgastinformationen kümmern. "Wenn dann eine Störung dazukommt, wird es eng."

Personalproblem Für die Kundeninformationen an den Heilbronner Bahnsteigen sind die Stadtwerke zuständig. Auch hier verweist man auf den überlasteten Mitarbeiter in der Leitstelle: "Ab fünf Minuten Verspätung sollten Durchsagen gemacht werden", erklärt der zuständige Abteilungsleiter Volker Wegner. "Zu Stoßzeiten müsste der Mitarbeiter am laufenden Band Durchsagen machen." Vielleicht werde es besser, wenn die Stadtbahn Nord gebaut ist. Dann kommt eventuell ein zweiter Mitarbeiter hinzu.

Kommentar "König Kunde"

Ärger über ständige Verspätung
Am späten Nachmittag kann man auf die S 4 oft lange warten. Foto: Archiv/Veigel