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Slow-Food-Messe mit Heilbronner Wein

Stuttgart/Heilbronn - Bei der Slow-Food-Messe in Stuttgart stellen viele Produzenten aus der Region aus. Noch bis Sonntag zeigen sie dort ihre Lebensmittel.

Von Daniel Stahl
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Lesezeit  2 Min

Fachsimpeln über das beste Essen
Der Weinsberger Bäcker Markus Hönnige (links) findet in Stuttgart viele neuen Kunden für sein gentechnikfreies Brot aus regionalem Getreide von Kraichgau-Korn.

Stuttgart/Heilbronn - Matthias Streib ist selbst überrascht, dass es so gut läuft. Die Eppinger Brauerei Palmbräu hat sich in diesem Jahr für die Slow-Food-Messe in Stuttgart etwas ausgedacht: kleine Probiergläser für ihr Weizenbier. Die Gläser sehen aus wie normale Weißbiergläser, nur eben kleiner. Und die Kunden sind ganz verrückt danach.

Am Stand von Palmbräu bleiben auf der Slow-Food-Messe "Markt des guten Geschmacks" viele Besucher stehen. Jeder will eines der kleinen Gläser haben. Und jeder will dann auch einen Schluck Weizenbier aus Eppingen kosten.

Qualität

Darum geht es auf dieser Messe, die noch bis Sonntag in Stuttgart läuft. Die 433 Aussteller stellen nicht einfach nur Weine, Bier, Säfte, Korn oder Wurst her. Sie alle sind stolz auf ihre Naturprodukte. Sie legen viel Wert auf handwerkliche Herstellung, auf gesunde Lebensmittel ohne viele Zusatzstoffe. Das sollen die Gäste testen und schmecken − und das wollen sie auch.

Fachsimpeln über das beste Essen
Am Stand des Windischenbacher Metzgers Friedrich Hack gibt es für jeden Besucher ein Versucherle von Salami oder Blutwurst.Fotos: Daniel Stahl
"Hier sind viele Gleichgesinnte", sagt Metzger Friedrich Hack vom Lindelberg bei Windischenbach. Genau das gefällt den Ausstellern an der Slow-Food-Messe. "Hier ist das beste Publikum", sagt Ralph Kallendrusch von der Weingärtnergenossenschaft Grantschen. Denn die Besucher in Stuttgart wollen wissen, wie ihre Lebensmittel gebacken, geerntet oder gebraut werden. Für Qualität würden viele dann gerne etwas mehr Geld ausgeben, berichtet Kallendrusch.

"Der Kunde kauft immer bewusster ein", berichtet auch Martina Hecker von Kraichgau Korn aus Eppingen. Die Gemeinschaft von Landwirten liefert ihr gentechnikfreies und ungespritztes Getreide an regionale Bäckereien. Für die Bäcker sei das eine Möglichkeit, "sich von der Masse abzuheben", sagt Hecker. Dafür sei gerade die Slow-Food-Messe eine "einmalige Plattform". Denn hier könne man prima fachsimpeln über Anbaumethoden, Obstsorten, Espresso oder einfach guten Geschmack. "Der beste Kunde ist der, der mich ausfragt", sagt Metzger Hack. Im Gespräch könne man Besucher am besten von der Qualität der eigenen Produkte begeistern.

Regional

Fachsimpeln über das beste Essen
Kleine Probiergläser für das Weizenbier sind am Stand der Eppinger Brauerei Palmbräu auf der Slow-Food-Messe ein echter Publikumsmagnet.
"Oft treffen wir hier Kunden, die eigentlich bei uns vor der Türe wohnen, aber uns bisher nicht kennen", sagt Martina Hecker. Ähnliche Erfahrungen hat der Weinsberger Bäcker Markus Hönnige gemacht. "Die Leute sagen dann: ’Ich habe gar nicht gewusst, dass es so etwas Gutes bei uns gibt.’" Und auch die Weingärtner aus Grantschen finden bei der Messe immer neue Kunden, sagt Ralph Kallendrusch. "Bei uns kommen später oft Leute vorbei, die gezielt nach den Weinen fragen, die wir auf der Slow-Food-Messe ausgeschenkt haben."

Doch auch außerhalb der Region spricht sich immer mehr herum, wie gut Produkte aus dem Heilbronner Land sind. Gentechnikfreies Gebäck von Markus Hönnige gibt es inzwischen etwa in Stuttgarter Restaurants. Und der Wein aus ökologischem Anbau vom Schlossgut Hohenbeilstein habe rund um Stuttgart viele Fans, sagt der Beilsteiner Weingut-Chef Hartmann Dippon.

 
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