Drei neue Parkhäuser für SLK-Klinik

Heilbronn  Mal eben den Verwandten oder Bekannten im Krankenhaus besuchen - im Klinikum am Gesundbrunnen ist das oftmals gar nicht so einfach, weil es keine Parkplätze gibt. Jetzt sollen 1200 zusätzliche Stellplätze die Parkplatznot lindern.

Von Helmut Buchholz

Drei neue Parkhäuser für SLK-Klinik

Die Parkplatzsituation am Heilbronner Klinikum am Gesundbrunnen ist schon seit vielen Jahren katastrophal. Es gibt viel zu wenige Stellplätze. Und die prekäre Lage wird sich mit dem neu eröffneten Krankenhausneubau noch verschärfen. Heilbronner Stadtverwaltung und Gemeinderat wollen nun gegensteuern. Die Stadträte gaben grundsätzlich und einstimmig grünes Licht für den Bau von drei neuen Parkhäusern. Sie sollen zusätzlich 1200 neue Pkw-Stellplätze am Gesundbrunnen schaffen. Die Heilbronner Stadtverwaltung will nun einen entsprechenden Bebauungsplan erarbeiten, der eine Fläche von drei Hektar umfasst.

Kosten? Kein Kommentar

Weder in der Gemeindratssitzung in der vergangenen Woche noch danach gab es eine Aussage darüber, was der Bau der neuen Parkhäuser kosten soll. Laut Rathaussprecher Christian Britzke plant derzeit ein von der SLK beauftragtes Architekturbüro ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen. Im Frühjahr 2018 solle mit dem Bau gegenüber des Klinikhaupteingangs begonnen werden. Die Baukosten werden, so Britzke, "vom künftigen Betreiber des Parkhauses getragen, nach heutigem Stand sind dies die SLK-Kliniken". Die SLK-Kliniken gehören Stadt und Landkreis Heilbronn gemeinsam. Das bestehende Parkhaus betreiben die Heilbronner Stadtwerke.

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Die neuen Parkhäuser werden in einer Reihe neben dem bestehenden Parkhaus (siehe Karte) entstehen. Der ebenerdige Parkplatz an der Maasstraße bleibt erhalten. Die neuen Gebäude werden eine Höhe von rund 15 Metern haben. Der Haupteingang der Klinik und die beiden mittleren Parkhäuser sollen mit einem Steg über die Straße Am Gesundbrunnen verbunden werden, der vor allem mobilitätseingeschränkten Personen dient. Für den Neubau müssen etliche Bäume fallen. Die für das Projekt benötigten Grundstücke sind im Eigentum der Stadt Heilbronn und der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH − bis auf drei in Privatbesitz.

Stadtrat Prof. Joachim Cyran (CDU) konstatierte: "Die Parkplätze, die bis jetzt da sind, reichen nicht aus." Vor allem vormittags. Cyran befürchtet, "dass wir uns bis zur Realisierung der Neubauten in einem Mangel befinden, der den bestehenden Mangel übersteigt." Denn die Parkhäuser entstünden auf "schon versiegeltem Boden".

Kugler-Wendt fordert Mergel zu Eile auf

Stadträtin Marianne Kugler-Wendt (SPD) rief mit ihrem Redebeitrag eine heftige Reaktion ihres Parteifreundes, Oberbürgermeister Harry Mergel, hervor. Kugler-Wendt sagte, die Kritik an der Parkplatzsituation sei "heftig, lautstark und größtenteils berechtigt". Sie forderte den OB auf, alle Beteiligte an einen Tisch zu bringen, "damit das schnell gebaut werden kann". Mergel nannte diese Aufforderung "abenteuerlich". Er fragte Kugler-Wendt: "Was glauben Sie, was wir die ganze Zeit machen? Wir arbeiten hier mit Hochdruck." Die SPD-Stadträtin forderte den OB weiterhin auf, zu prüfen, ob man an der Saarlandstraße und auf einem städtischen Grundstück an der Straße Im Fleischbeil Behelfsparkplätze einrichten könne.

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Stadtrat Eugen Gall (FWV) wünscht sich, "dass das so schnell wie möglich gebaut wird". Eva Luderer (Grüne) erwartet "eine ökologische Bewertung". Für Michael Link (FDP) sind auch die Busverbindungen nicht ausreichend. Alfred Dagenbach (Pro) bezweifelte, ob die zusätzlichen Parkplätze "auf Dauer genug sind".

 

Kommentar "Notfall"

Von Iris Baars-Werner

Baars-Werner, Iris
Iris Baars-Werner

Wohl kaum ein Thema füllt die Leserbriefspalten unserer Zeitung so konstant wie dieses: die Parkplatznot am Heilbronner Gesundbrunnen-Krankenhaus. Wer zu ambulanten Arzt- und Therapieterminen kommt, wer Patienten auf Station besuchen möchte, wen ein akuter Vorfall in die Notfallambulanz zwingt: Alle kennen die nicht selten vergebliche Suche nach einem Parkplatz , auch die Mitarbeiter im Schichtbetrieb. Hinzu kommt der Ärger der Nachbarn, deren Straßen vom Suchverkehr durchstreift werden. Nutzt der entnervte Autofahrer dann das letzte Schlupfloch in der Anwohnerstraße, folgt meist eine saftige Strafe auf dem Fuß.

Der Bau weiterer Parkplätze war mehr als überfällig, schon bevor auf dem Gesundbrunnen-Areal der Neubau in die Höhe wuchs. Der übernimmt nicht nur die bestehenden Betten und verursacht damit die gleichen Verkehrsströme wie bisher. Die größte SLK-Klinik hat im Laufe der Zeit auch medizinische Funktionen bei sich zentralisiert − und damit mehr Verkehr angezogen: Die Geburtshilfe gibt es nur noch am Gesundbrunnen, die Neurologie und die Neurochirurgie sind hierher gezogen. Die Schließung von Brackenheim bringt weitere Patienten und Mitarbeiter, wenn auch in vergleichsweise kleiner Zahl.

Die 1200 neuen Parkplätze werden Erleichterung schaffen − während der Bauzeit leider erst mal Verknappung und Umwege auslösen. Ganz grundsätzlich aber zeigt der Fall, wie kurzsichtig früher geplant wurde: Wenn die zentrale Klinik des Raumes Heilbronn außer mit Stadtbussen nicht angemessen in ein Nahverkehrs- sowie Park-and-Ride-Netz eingebunden ist, produziert sie nur Verkehrsnotfälle.

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iris.baars-werner@stimme.de