Heilbronn
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Bundesgartenschau hat kein Highlight mehr

Die Fußgänger- und Radwegbrücke beim Heilbronner Hauptbahnhof soll aus Kostengründen nicht wie geplant bis zur Bundesgartenschau 2019 gebaut werden. Die Reaktionen des Gemeinderats dazu fallen unterschiedlich aus.

Von Joachim Friedl
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Lesezeit  1 Min
Bundesgartenschau hat kein Highlight mehr
Beim Hauptbahnhof wird keine Brücke in das Bundesgartenschau-Gelände gebaut. Besucher müssen einen etwas längeren Weg in Kauf nehmen. Foto: Christina Kunz

Konsterniert und verärgert, aber auch mit Verständnis reagieren die Fraktionen im Heilbronner Gemeinderat auf das angekündigte Aus der Buga-Brücke beim Heilbronner Hauptbahnhof.

Wie berichtet, wird Oberbürgermeister Harry Mergel in einer Sondersitzung am 25. April dem Gremium vorschlagen, die Fußgänger- und Radwegbrücke aus Kostengründen nicht wie geplant bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau 2019 zu bauen, sondern erst in den Jahren danach.

Ausschreibungsergebnisse hatten eine Verdoppelung der Baukosten von ursprünglich 7,6 auf 15,2 Millionen Euro ergeben.

Maß des Machbaren nicht aus den Augen verlieren

"Wir begrüßen, dass der Oberbürgermeister angesichts dieser Kostenexplosion zu der Einsicht gekommen ist, dass die Brücke jetzt nicht gebaut werden kann", erklärt für die CDU-Fraktion Vorsitzender Alexander Throm. Die CDU werde den Mehrkosten, auch angesichts der darüber hinausgehenden weiteren finanziellen und zeitlichen Risiken, nicht zustimmen. "Bei aller Buga-Euphorie dürfen wir Maß und Mitte des Machbaren nicht aus den Augen verlieren", betont Throm. Es gebe auch eine Zeit nach 2019.

Mit Bedauern reagiert die SPD-Fraktion: "Es ist sehr schade, dass dieses architektonische Highlight nun nicht bis zur Buga realisiert werden kann", bemerkt Rainer Hinderer. Für den Vorsitzenden ist die Überschreitung der Plankosten jedoch so exorbitant, dass niemand, der mit Verantwortung die kommunalen Finanzen im Blick habe, dieses Projekt auf "Teufel komm raus" durchdrücken könne. Den Bau der Brücke nach der Bundesgartenschau sieht Hinderer auf der Grundlage einer neuen Planung.

Buga jetzt kein Highlight mehr

"Stinksauer" ist Heiner Dörner. Für den Vorsitzenden der FWV-Fraktion hat die Bundesgartenschau jetzt kein Highlight mehr: "Nun bekommen wir eine Blümchenschau." Die Absage des Baus durch die Verwaltung ist für die FWV "Ausdruck fachlicher Inkompetenz". Nun müssten getroffene Entscheidungen zugunsten der Brücke neu überdacht und dann darüber abgestimmt werden. "Sollte die Brücke nicht gebaut werden, müssen die Verantwortlichen benannt und politische Konsequenzen gezogen werden", fährt Dörner ein scharfes Geschütz auf.

Von einem "Rückschlag für die Bundesgartenschau" spricht Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier. Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden sind jetzt Gemeinderat und Verwaltung gefragt, "nach Alternativen zu suchen und gegebenenfalls das Besucherkonzept an die neue Situation anzupassen". Der Zeitdruck sei aber gewaltig.

Rückschlag

"Konsterniert" nimmt die FDP-Fraktion das Aus der Buga-Brücke zur Kenntnis: "Nach dem Verzicht auf die Seilbahn geht mit dem Wegfall der Fußgänger- und Radwegbrücke ein weiteres Highlight der Bundesgartenschau verloren", bedauert Fraktionsvorsitzender Nico Weinmann.

 

 

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