"Wer aufgibt ist tot": Mehrwert für Region

Heilbronn  Im Film "Wer aufgibt ist tot" wird auch das "Backstüble" gezeigt. Am Freitag schauten sich Gäste die TV-Premiere auf fünf Großbildschirmen in der Heilbronner Kneipe an.

Von Joachim Friedl

Ein Film mit Mehrwert für Region
An fünf Großbildschirmen verfolgten am Freitagabend im "Backstüble" in Heilbronn Gäste die ARD-Premiere des Films "Wer aufgibt ist tot". Foto: Thomas Braun

Freitagabend. Es ist kurz nach 20 Uhr. Über die fünf Großbildschirme im "Backstüble" flimmert das Zweitligaspiel Bochum gegen Braunschweig. Es steht 1:1. Feierabendatmosphäre wie immer an diesem Tag in der urigen Kneipe an der Herbststraße in Heilbronn. Wenige Minuten später schaltet Wirt Torsten Horn pünktlich ins ARD-Programm. Hier läuft die Premiere des Fernsehfilms "Wer aufgibt ist tot", der im letzten Jahr mit großem Aufwand und großem öffentlichen Aufsehen in Heilbronn und Umgebung gedreht wurde.

Voller Spannung, was sie in den 90 Minuten erwartet, sitzen Claudia und Alfred Lell in der ersten Reihe. Sie wollen am Ort des Geschehens sein, wurde doch auch im "Backstüble" gedreht. Irgendwann später sehen sie und weitere gut zwei Dutzend Gäste Torsten Horn Gläser spülend in Aktion. "Weinsberg" ruft jemand, als die Freie Tankstelle an der Heilbronner Straße aufblitzt.

Viele Lob für den Film

Die ersten Minuten verpassen Rolf Hufnagel, Thomas Kircher und Sascha Klenk. Früher kamen sie nicht von der Firmenweihnachtsfeier los. "Wo ist das?", fragt Ulrich Frank, der eigentlich Leverkusen gegen Leipzig schauen wollte. "Beim Ede", bekommt er die Antwort. "Da wohnt der Klumpp. Da glotz hin!", ist ein Gast erstaunt, als das Haus des Metzgermeisters im Heilbronner Osten ins Bild kommt. Hier haben die Schauspieler Bjarne Mädel, Friederike Kempter, Katharina Marie Schubert und Amber Bongard ihr Filmzuhause gefunden. Julia Beem knabbert Popcorn, und der "Schorsch" sorgt am Zapfhahn dafür, dass die Gläser stets voll sind. Vom Film bekommt er nicht viel mit.

Es wird unruhig unter den Kneipengästen, als die Buchhandlung Stritter gezeigt wird. Beifall brandet auf, als die Kamera ins "Backstüble" schwenkt. "Einmalig", merkt jemand voller Freude an. Im Nebenzimmer, wo die Raucher sitzen, sagt Achim Scheel: "Der Film gefällt mir gut". Andrea Bahmer und Helga Renner diskutieren: "Ist das jetzt beim Jägerhaus oder beim Gaffenberg?" Das Rätselraten, um welche Schule es sich handelt, löst Michael Bahmer: "Das ist die Heinrich-von-Kleist-Realschule", und hält als Beweis ein Handybild in die Höhe.

Schwere Kost leicht transportiert

"Der Film ist klasse", sagt beeindruckt Gerhard Wolf, der mehrere Jahre in der Filmbranche gearbeitet hat. Ob die Straße zur Waldheide, der Weinsberger Sattel, die Käthchenstadt aus der Vogelperspektive oder die Vulpiusklinik Bad Rappenaus: Heilbronn und das Umland leuchten in "Wer aufgibt ist tot" in den schönsten Herbstfarben.

"Der Film ist gut gemachtes Theater", urteilt am Ende Alfred Lell. "Sehr wirr, aber das war das Spannende. Der Film hat schwere Kost leicht transportiert", sagt Gerhard Wolf. "Tolle Landschaft, viele Details", lobt Thomas Kircher. Zur Freude aller gibt "Backstüble"-Wirt Torsten Horn einen Schnaps aus.
 

3,36 Millionen sahen "Wer aufgibt ist tot"

Puppenspieler, Comedian und Bauchredner Sascha Grammel ist der Quotensieger. Am Freitagabend sahen bei RTL 6,28 Millionen Menschen seine Show "Ich find's lustig". Das brachte dem Kölner Privatsender einen Marktanteil von 18,7 Prozent.

Das ZDF musste sich mit Platz zwei in der Gunst der Zuschauer begnügen. Für die Serienklassiker "Soko Leipzig" und "Ein Fall für zwei" im Zweiten entschieden sich 4,99 und 4,60 Millionen, was Quoten von 15,7 und 14,4 Prozent entsprach.

Etwas abgeschlagen war die ARD. 3,36 Millionen sahen zur Hauptsendezeit die in Heilbronn gedrehte Tragikomödie "Wer aufgibt ist tot". Das entsprach einem Marktanteil von 10,5 Prozent. dpa