TU München kommt nach Heilbronn

Heilbronn  Die berühmte Mannheim Business School (MBS) bleibt außen vor. Stattdessen kommt die nicht weniger renommierte Technische Universität München (TUM) mit einer Lehr- und Forschungseinheit auf den Bildungscampus Heilbronn.

Von Gertrud Schubert und Friedhelm Römer

Die drei Buchstaben werden in nicht allzu langer Zeit vom Bildungscampus verschwinden. Die German Graduate School of Management and Law soll im neuen wissenschaftlichen Angebot aufgehen. Foto: Archiv/ GGS

An der "Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Technologie" wird die TUM drei Forschungsschwerpunkte aufbauen und ein Bachelorstudium mit weiterführendem Masterprogramm anbieten. Im Herbst 2018 sollen die ersten TUM-Studierenden kommen. Ihre Zahl soll rasch auf 1000 anwachsen.

Es war ein offenes Geheimnis: Die Dieter-Schwarz-Stiftung (DSS) verhandelte mit mehreren wissenschaftlichen Hochschulen, allen voran mit der Mannheimer, um das akademische Bildungsangebot in Heilbronn mit einem Universitätsabschluss zu krönen. Mit der privaten GGS, der German Graduate School of Management and Law, so hatte sich in deren elftem Jahr abgezeichnet, war die gewünschte Entwicklung nicht zu erreichen, erklärt DSS-Geschäftsführer Reinhold Geilsdörfer die weiteren Verhandlungen. Die MBS habe "sehr attraktive Konzepte für Heilbronn entwickelt".

Dass sich die Gesellschafter der Stiftung vergangene Woche für die TU München und ihre School of Management entschieden, begründet Geilsdörfer insbesondere mit einem "Plus an Technologie". Wegen der Kombination − zwei Drittel Wirtschaft, ein Drittel Technik − sei die TUM "für uns attraktiver". Außerdem beeindrucke sie als unternehmerische Universität und mit Aktivitäten für Existenzgründer: "Sie ist ein sehr optimaler Partner für uns."

Beschlossene Sache

Die Kooperation zwischen DSS und der TUM ist beschlossene Sache. Ab sofort geht es um Details. Vorgesehen sind drei Forschungsschwerpunkte: Management digitaler Technologien (Industrie 4.0, Big Data), Entrepreneurship und Familienunternehmen. Auf diese Felder soll sich auch das Studienangebot ausdehnen. 20 Stiftungsprofessuren sollen eingerichtet werden, 13 der Professoren permanent in Heilbronn ansässig sein. Zum grundständigen Bachelor- und weiterführenden Masterangebot soll sich berufsbegleitend ein Weiterbildungsmaster gesellen.

Die Attraktivität beruhe auf Gegenseitigkeit, versichert Geilsdörfer: der großzügig ausgestattete Bildungscampus, die Wirtschaftskraft und die Unternehmen in der Region ließen die Münchner zur ersten Standortgründung in einem anderen Bundesland Ja sagen. Bisher hat sie "nur" Ableger in Bayern und im Ausland (unter anderem in Garching, Weihenstephan, Straubing und in Singapur).

Die GGS, zurzeit hat sie etwa 300 Studierende, werde im Herbst 2017 nochmals Anfänger aufnehmen, bis 2021 bestehen und bis dahin in der TUM aufgehen. 100 Bachelor- und "mindestens 100 Masterstudierende" sollen ab 2018 jährlich ihr Universitätsstudium in Heilbronn aufnehmen. "Das ist sportlich", kommentiert Geilsdörfer den Zeitplan. Ob die räumliche Kapazität ausreiche, werde sich weisen: "Sie wissen ja, dass wir relativ schnell bauen. Daran wird es nicht scheitern."