Street-Food-Festival: Genießer schauen zu und warten

Heilbronn  Raus ins Freie, in die Sonne. Genussvoll schlemmen in einer der schönsten Locations, die Heilbronn zu bieten hat: Zum vierten Street-Food-Festival im Wertwiesenpark kamen am Wochenende mehr als 10 000 Besucher.

Von unserer Redakteurin Ulrike Bauer-Dörr

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"Es entwickelt sich klar Richtung Familien-Event", beobachtet Projektleiterin Nicole Klein von der Agentur Hamann and Friends. Das erste März-Wochenende ist richtig gewählt.

Ausverkauft

Der Regenschauer am frühen Samstagabend sorgt für einen Besucheraustausch: Um 18 Uhr ist der Platz wie leer gefegt. Eine halbe Stunde später ist alles wieder voll. Am Samstag bevölkern bis in die Nacht 3800 Fans der "Alles-frisch-gekocht"-Küche die 29 Stände. Manche Betreiber bedauern schon früh: "Leider ausverkauft."

Am Sonntag kommen noch mehr Besucher. Anstehen ist angesagt: an den beiden Kasseneingängen und an den Ständen, wo es verführerisch nach Fleisch aus dem Smoker, Knobi und interessanten Gewürzen riecht. Geduld braucht, wer einen Baumkuchen möchte. Eine Dreiviertelstunde muss man zeitweise auf das süße Gebäck warten. Street-Food heißt eben nicht Aufgewärmtes und Warmgehaltenes abgreifen und reinhauen. Genießer haben Zeit und schauen zu, wie ihr Essen entsteht. "20 Meter lange Schlangen bringen hier niemanden aus der Fassung", weiß Stefan Hamann.

Total begeistert von der Open-Air-Küche sind Oma, Tochter und Enkel Bartruff aus Biberach. "Der Pulled-Pork-BBQ-Burger ist genial", schleckt sich Tizian (19) die Finger. Das Preis- Leistungs-Verhältnis sei okay, das Speisenangebot vielfältig. Zu dritt kommen sie an beiden Tagen. "100 Euro werden wir hier liegenlassen." Ein Ehepaar ist enttäuscht: "Wir dachten, das Angebot sei internationaler." Immerhin bemühten sich 250 Bewerber um einen Stand, 29 bekamen den Zuschlag.

Boom

Lobster in Brioche gibt es bei Cliff Schwarz aus Luxemburg. Street-Food boomt, er hat schon den zweiten Truck gekauft. Deutschlandweit mit seiner Schnitzelrösterei unterwegs ist Heiko Triller. Er habe die Schnitzel aus der "Tyrannei einer schlechten Panade befreit", versichert er. Stefan Niethammer aus Böckingen zelebriert Fingerfood vom Feinsten: to go aus der Box. Neugierig macht der Stand von Familie Soosaithasan aus Sontheim, die bald in Heilbronn ein tamilisches Restaurant eröffnen möchte und hier ausprobiert, ob ihr Essen ankommt. Klar doch: Die Leute stehen Schlange für Coconut-Pfannkuchen, Lamm-Masala und Mango-Lassi.