Proteste zu Wasser: Neckar soll castorfrei bleiben

Kirchheim  Auf 35 Kanus wehte am Sonntagnachmittag die gelb-rote Fahne der Anti-AKW-Bewegung auf dem Neckar. Zur ersten Demo zu Wasser in der Region hatte das Bündnis Neckar castorfrei aufgerufen. Rund 250 Atomkraftgegner waren gekommen.

Von Ines Franzke

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Testfahrt: Die EnBW hat bereits Ende Februar geprobt, wie der Castortransport per Schiff funktioniert. Foto: Archiv/Bosch

Die Teilnehmer brachen am Kirchheimer Festplatz zur Fahrt zur Bootsanlegestelle des Kanusportvereins Lauffen auf. Sie protestierten gegen die mittlerweile genehmigten Castortransporte vom stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim nach Neckarwestheim. Hier sollen 342 hochradioaktive Brennstäbe eingelagert werden. Dafür habe Berlin acht Castortransporte genehmigt, obwohl nur fünf für diese Anzahl notwendig seien.

"Was passiert, wenn die gefährliche Fracht beim Transport in den Fluss fällt?", gab ein Teilnehmer aus Ilsfeld zu bedenken. "Radioaktiv verseuchtes Wasser schwimmt den ganzen Fluss hinunter", vermutete eine jüngere Frau. Radioaktiven Müll auf dem Wasser zu transportieren sei verantwortungslos.

Vorwürfe wiederholt

Eine andere Bootsmannschaft war sich einig: Die grüne Wiese, die die EnBW in Obrigheim nach der Stilllegung des Atomkraftwerkes präsentieren will, sei reine Augenwischerei. "Neckarwestheim ist ein denkbar schlechter Ort für ein Zwischenlager."

Durch die Auswaschungen im Kalkuntergrund sei bereits ein Kühlturm abgesackt, der nur mit Betoneinspritzungen wieder aufgerichtet werden konnte, wiederholten sie bekannte Positionen. Sie kritisierten: Die EnBW spare auf Kosten der Gesundheit und Sicherheit der Menschen in der Region. 120 Radler begleiteten die Protestaktion an Land.