Neues Parkhaus im Stadtkern − und neue Straße?

Heilbronn  Wohin mit den Verkehrsströmen nach der Buga 2019? Die Heilbronner Stadtverwaltung hat neue Pläne für die Verkehrserschließung des Experimenta-Neubaus und der Innenstadt ins Gespräch gebracht.

Von Helmut Buchholz

Neues Parkhaus im Stadtkern − und neue Straße?
Zufahrt zum Parkhaus von der Bahnhofstraße aus: Hier könnte die neue Kranenstraße in Heilbronn entstehen. Die Trasse müsste die Bahnschienen unterqueren, um dann auf die geplante Westrandstraße zu münden. Foto: Matthias Heibel

Kern der Gedankenspiele ist der Neubau der Kranenstraße an anderer Stelle. Räte taxieren die Baukosten auf rund 25 Millionen Euro. Die Vorplanungen seien mit rund 1,9 Millionen Euro kalkuliert. Die Schwarz-Gruppe, die das Science Center finanziert, übernimmt die Planungskosten. Der Erstellung der Studie stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch zu.

Neues Parkhaus für Experimenta-Besucher

Klar ist bisher, dass mit dem spektakulären Experimenta-Neubau auch ein neues Parkhaus für die Besucher notwendig wird. Es soll nördlich des bereits bestehenden Parkhauses entstehen und bis Anfang 2019 fertiggestellt sein. Auch die Zufahrt zu den beiden Parkhäusern muss mit den erweiterten Verkehrsströmen ausgebaut werden. Das soll bis Mitte 2018 geschehen, und zwar in der Zeit, in der die Kaiserstraße ohnehin für eine Sanierung gesperrt ist. Für den Ausbau der Parkhauszufahrt muss die Stadtbahnhaltestelle Richtung Kreisverkehr versetzt werden.

Auch soll es künftig möglich sein, aus Richtung Hauptbahnhof mit dem Auto links in die Zufahrt des Experimenta-Parkhauses abzubiegen. Bisher war dafür ein Umweg über den Kreisverkehr am Kurt-Schumacher-Platz vonnöten.

Was wird aus der Kranenstraße?

Eine Schlüsselrolle bei dem Ringen um die Neuordnung der Verkehrsströme in diesem sensiblen Innenstadtbereich kommt der Kranenstraße zu. Sie ist seit Mitte Juli bis mindestens Herbst 2019 geschlossen. Ziel ist, die Kraneninsel zumindest während der Buga vom motorisierten Verkehr zu befreien, um so das Angebot der Gartenschau um diese "grüne" Insel zu erweitern. Doch was kommt nach der Buga? Stadtverwaltung und Gemeinderat haben sich offengehalten, ob die Kranenstraße wieder geöffnet wird oder nicht.

Seit der Gemeinderatssitzung am Mittwoch ist noch eine weitere Variante im Spiel: eine neue Kranenstraße an anderer Stelle. So soll die Zufahrt zu den Experimenta-Parkhäusern bis zur Paula-Fuchs-Allee/Westrandstraße verlängert werden. Diese Variante hätte den Vorteil, dass die Experimenta, bzw. das ganze Innenstadtareal inklusive Science Center aus Norden verkehrstechnisch erschlossen ist. Auch der Stadtteil Neckarbogen, der auf dem Buga-Areal entsteht, würde davon profitieren. Die Gerberstraße, die ohne die alte Kranenstraße vom Norden her als Schleichweg in die Altstadt missbraucht werden kann, wäre auch entlastet.

 

 

Für die Stadtverwaltung stellt die angedachte neue Kranenstraße "die städtebaulich und verkehrlich bessere Lösung dar", heißt es in der Drucksache. Ob dieses Vorhaben weiterverfolgt wird, soll der Gemeinderat mit Vorlage der Studie Anfang 2018 entscheiden.

Bunte Liste, Pro Heilbronn und Grüne hatten Bedenken, dass der Beschluss über die Studie bzw. Vorplanungen der neuen Kranenstraße dem Mobilitätskonzept 2030, das die Stadtverwaltung zurzeit mit großer Bürgerbeteiligung erarbeitet, widersprechen könnte. OB Harry Mergel sicherte zu, dass über die Zukunft der Kranenstraße erst entschieden werde, wenn das Mobilitätskonzept vorliegt.

"Was da angedacht ist, hat Charme, weiterverfolgt zu werden", sagte Stadtrat Thomas Randecker (CDU). Gerd Kempf (SPD) versicherte, dass "die Kraneninsel nur vom motorisierten Verkehr befreit werden kann, wenn Ersatz geschaffen wird". Die Frage sei, so Kempf, ob am Ende die Paula-Fuchs-Allee schon genügend Verkehrsberuhigung bringe. Heiner Dörner (FWV) meinte: "Nun kann man planen, auch wenn es am Ende für die Schublade war." Gottfried Friz freute sich vor allem über das neue Experimenta-Parkhaus.