Moschee in Heilbronn: Architektur soll beeindrucken

Heilbronn  Beim Neubauprojekt der Ditib-Moschee in der Heilbronner Innenstadt geht es weiter. Die Fertigstellung des islamischen Gotteshauses zur Buga 2019 ist der Plan, die Finanzierung ist gesichert.

Von Bärbel Kistner

Moschee-Architektur soll beeindrucken

Monatelang war es still um den Neubau der Ditib-Moschee an der Weinsberger Straße, nachdem bereits im September 2014 der Sieger des Architekturwettbewerbs gekürt wurde: Der Entwurf des österreichischen Architekten Bernardo Bader aus Dornbirn kam einstimmig auf den ersten Platz. Dass seitdem wenig Informationen über das Projekt an die Öffentlichkeit gelangt sind, begründet Ditib-Vorsitzender Erdinc Altuntas damit, dass nach dem Wettbewerb "Details diskutiert und erarbeitet werden mussten".

Zeitverzug

Ein weiterer Grund für die Verzögerung: Das Vorarlberger Büro gibt aufgrund der räumlichen Distanz die Ausführung an den Heilbronner Architekten Matthias Müller ab. Dessen Büro hatte sich ebenso am Moschee-Wettbewerb beteiligt, war aber nicht zum Zuge gekommen. Dass er jetzt einen anderen als seinen eigenen Entwurf baut, sei ungewöhnlich, betont Müller. Normalerweise realisierten Architekten ihre eigenen Projekte, der Sieger-Entwurf des Kollegen sei hervorragend, auch der städtebauliche Anspruch habe ihn überzeugt. Der Entwurf soll Tradition und Moderne vereinen. "Wir wollen eine eigene, neue Architektursprache für Deutschland und Europa", betont Altuntas.

Moschee-Architektur soll beeindrucken

Die aktuelle politische Debatte und die Kritik an Ditib, vor allem auf Bundesebene, spielen nach Angaben ihres Vorsitzenden keine Rolle. "Ich erwarte hier überhaupt keine Probleme oder negative Auswirkungen in Heilbronn", sagt Altuntas. Er habe auch in jüngster Zeit keine Vorbehalte gespürt. Von Anfang an habe die Ditib das Projekt transparent gemacht. Auch deshalb gehe er nicht davon aus, dass es nun Widerstand geben werde. "Im Gegenteil, ich werde immer wieder gefragt, wann es endlich losgeht."

Bis zum Spatenstich wird nach Einschätzung des Bauherrn und des Architekten noch rund ein Jahr vergehen. Derzeit laufen Arbeiten für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Altuntas: "Zur Bundesgartenschau 2019 fertig zu werden, ist nach wie vor das Ziel." Auch Müller ist optimistisch, dass es klappt.

Mitglieder

Zu den Baukosten will man bei der Ditib keine Angaben machen, dazu sei es noch zu früh. Gleichwohl sieht Altuntas die Finanzierung als gesichert an. Es gebe Unterstützung durch zinslose Kredite über den Ditib-Bundesverband, der für den Heilbronner Verein bürge. Auch die Gemeinde sei bereit, den Moscheebau zu unterstützen. "Unsere Mitglieder stehen hinter dem Projekt", versichert Altuntas. "Dass irgendwann eine Bauruine an der Weinsberger Straße steht, und wir pleite sind, ist nicht zu befürchten." Das könne man sich an diese Ecke gar nicht leisten.

Aus der Türkei habe die Ditib kein Geld zu erwarten. Altuntas ist jedoch überzeugt, dass nicht nur die Gemeinde, sondern Tausende Muslime aus Heilbronn und der Region den Bau unterstützen werden: "Das kommt bei Muslimen aus dem Glauben heraus, dass jeder tatkräftig dabei sein will." Dieser Faktor spiele bei der Finanzierung eine große Rolle. "Wir sind stolz auf das Projekt."