Mitarbeiter trauern um tote Kollegin

Löwenstein  Das Tötungsdelikt vor der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein löst in der Region Betroffenheit und Unsicherheit aus. Schulen in der Umgebung des Tatorts sperrten ihre Türen ab.

Von Adrian Hoffmann

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In der Evangelischen Tagungsstätte Löwenstein und im angrenzenden Ort Eichelberg herrscht tiefe Betroffenheit nach einem Tötungsdelikt an einer 59-jährigen Mitarbeiterin der Einrichtung in der Nacht auf Donnerstag. Den Kollegen sei freigestellt, ob sie arbeiten, sagt Carmen Schlestein von der Verwaltung der Tagungsstätte. Man werde versuchen, den Tag irgendwie herumzubekommen.

Die Möglichkeit, sich freistellen zu lassen, haben nach Angaben von Albrecht Fischer-Braun, Theologischer Leiter der Tagungsstätte, einige Mitarbeiter in Anspruch genommen. Andere wollten allerdings bewusst arbeiten, weil sie zu Hause zu einsam mit ihren Gedanken seien. Einzelne Veranstaltungen im Haus sind abgebrochen worden. Krankenpflegeschüler hatten ein Seminar ausgerechnet zum Thema „Sterben und Tod“, dies lasse sich vor einem solchen Hintergrund nicht mehr fortsetzen.

Bei dem Opfer handelt es sich um eine Service-Mitarbeiterin, die bereits einige Jahre dort beschäftigt war. Sie war in Obersulm wohnhaft und hinterlässt eine Familie.

Die Frau sei eine geschätzte und beliebte Mitarbeiterin in der Tagungsstätte gewesen, sagt Fischer-Braun weiter. Gäste lobten immer wieder ihre Freundlichkeit. Am Morgen hatten sich einige Mitarbeiter in der Kapelle getroffen, um gemeinsam zu trauern. Die Anteilnahme sei groß, so Fischer-Braun.

Die Hintergründe der Tat sind unklar

Ein Hubschrauber und zehn Streifenfahrzeuge waren in der Nacht im Einsatz. Die Leiche wurde nach Angaben der Polizei um 21.45 Uhr aufgefunden – nur wenige Meter vom Eingang der Tagungsstätte entfernt, direkt neben Glascontainern der Anlage.

Zur Aufklärung der Tat wurde vom Polizeipräsidium Heilbronn am Donnerstagvormittag eine 45-köpfige Sonderkommission „Löwe“ gebildet. „Die Ermittlungen richten sich derzeit in alle Richtungen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Es werden dringend Zeugen gesucht. 

Die Tat löste Unsicherheit in der Bevölkerung aus. Schulen in der Umgebung des Tatorts sperrten ihre Türen ab.